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großer Feigheit und unbürgerlicher Gesinnung, wieCato und Brutus inmitten eines verderbten Senates ge-glänzt haben." ')
Um die Grabrede dieser antiken Männer auf antike Weisezu vollende», hätte Riouffe nur noch beizufügen brauchen:Kit vobis tsrru levis!
Nach Art einer Seelenbefehlung predigen Andere ihren Lei-densgefährten bis zum letzten Augenblicke einen grobsinnlichenMaterialismus. In die Toilettenkammer der Conciergerie trateneines Tages Momoro, Vincent, Hebert, Ronsin, Mazuel undvierzehn andere Verurtheilte mit geschorenem Haupte und aufden Rücken gebundenen Händen, welche das Signal zum Ab-märsche erwarteten. Anacharfls Klootz, der zu derselben Lie-ferung gehörte und wie sie den Kopf geschoren und die Händeauf den Rücken gebunden hatte, befand sich in ihrer Mitte undpredigte ihnen, weil ihn die Furcht plagte, es könnte Einervon ihnen an Gott glauben, den Materialismus.^)
Die Gelehrtesten bereiten sich wie Cato von Utika auf denTod vor. Sie beginnen damit, daß sie möglichst gut zu Nachtspeisen.
„Unsere Abendmahle," sagt Riouffe, „waren philosophi-scher als diejenigen Plato's, manchmal aber auch lärmenderals jene der Liebhaber der Penelope. Unser Lachenhatte ganz den Ausdruck eines Schwindels. Ein plumperTisch sah achtzehn bis zwanzig Gefangene um sich versammelt.Oefters ließ sich die Hälfte zum letzten Male an demselbennieder und man sah die Heiterkeit aus dem Todesbechertrinken.
„In meinem Gefängnisse hatte ich den Phädon über-setzt. Welch erhabenes Schauspiel! welch herrliche Lectionen!Mit welchen Gefühlen durchdrängen sie die Opfer des nächstenTages, wenn sie im Schweigen der Nacht und unter den Ge-
lt Denkwürdigk. S. 53.
2) Montt. v. 24. März 1794.