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wölbe» ihrer Kerker den Lehren Plato's lauschte», die sie imNamen des göttlichen Sokrates ermähnten, ihre gegen-wärtige Lage zu ertragen und sie dem gottesschänderischenTriumphe der Schlechten vorzuziehen; denn ihre unbefleckteSeele sollte im Schooße Gottes eine ewige Glückseligkeit ge-nießen." ')
In Frankreich, im achtzehnten Jahrhundert der christ-liche» Zeitrechnung ersetzt der Phädon das Evangelium, So-krates den Erlöser Jesus Christus, das Heidenthum dasChristenthum, das Leben den Tod! Welch ein Schauspiel!
. Welches aber ist die Ursache dieser Erscheinung?
Man verzeihe uns diese ausführlichen Einzelheiten überdie Gefängnisse der Schreckensherrschaft. Es schien uns noth-wendig, den Henkern sowohl als auch den Opfern die Larveabzureißen, um den schrecklichen Einfluß der heidnischen Er-ziehung auf das revolutionäre Geschlecht nachzuweisen. Mitden uns zu Führern dienenden unverdächtigen Autoren wollenwir jetzt etliche Züge, welche das von allen diesen Scenen despraktischen Paganismus ermüdete Gemüth beruhigen werden,anführen. Wir verdanken ste ausschließlich Landbewohnernund jungen Mädchen, einer doppelten Kategorie von Opfern,die nicht aus dem Giftbecher der klassischen Erziehung ge-trunken hatten. 2) „Ich bin sechs Monate lang in der Con-ciergerie gewesen," schreibt ein Gefangener, „den schauderhaf-testen Beängstigungen zur Beute. Dort habe ich das ergrei-fende Bild der Adeligen, der Gelehrten, der Landwirthe und derSansculotten erblickt.... Ich habe Landleute Morgens undAbends ihre Gebete sprechen, sich der gütigen Jungfrau Mariaanbefehlen, das Zeichen des heiligen Kreuzes machen sehen;
1) Denkwürdigk. S. 9, 10 flg.
2) Das »Journal äcs ?ri8on8« hätte noch sehr viele andere Opferanführen können, die starben, wie die Märtyrer zu sterben pflegen,weil sie Christen blieben,