Band 
[2. Band.]
Seite
259
JPEG-Download
 

259

etwa sechzehn bis achtzehn Jahre alte Cäcilie Renaud niemalsden Plan im Schilde führte, Robespierre zu ermorden. Den-noch aber wird sie in Verhaft genommen und in den Kerkergeworfen. Man sucht neue Hinrichtungen zu erfinden, nurum dem Tyrannen zu beweise», wie heilig seine Tage sind.Jedermann, der dieses unglückliche junge Mädchen kennt, sollsterben; ihr Vater, ihre Verwandten, ihre Freunde, ihre Be-kannten und Geschwister, die ihr Blut an den Grenzen ver-gießen, werden mit Ketten beladen, um es aus dem Schaffotezu vergießen. Sechzig Personen, welche die junge Renaud inihrem Leben nicht gesehen haben, ebenso schuldlos wie sie, be-steigen als Mitschuldige, mit einem rothen Hemde be-kleidet, mit ihr das Blutgerüst."*)

Am 2. Messtdor des Jahres II schreibt Bürger Dupont,ehemaliger Kriegscommissär, aus Samt - Omer in folgen-den Ausdrücken an das Oberhaupt des Triumvirats: Ro-bespierre , tugendhafter und unbescholtenerRepublikaner, festeste Stütze und unerschütter-licheSäule der Einen und untheilbaren Republik,gestatte heute, daß ein ächter Bürger, von deinen erhabenenGrundsätzen durchdrungen und von der Lectüre deiner herr-lichen Schriften, in welchen der reinste Patriotismus, die rüh-rendste Moral athmet, vor deinen Richterstuhl Hintritt unddie Gerechtigkeit, eine dir angeborene und stets innewohnendeTugend, in Anspruch nimmt." ?)

Am 2. Februar 1792 drückt ihm der Bürger V..., ehe-mals Jnspector der reservirten Zölle, seine Bewunderungaus, indem er ihm sagt, er sei der ächte französische Bür-ger, welcher die Energie eines alten Sparta-ners oder eines Römers der ersten Zeiten unddie Beredsamkeit eines Atheniensers in sich ver-einige, der Todfeind der Tyrannen und des Despotismus,

1) Denkwürdigk. S. 75.

2) Bericht u. s. w., S. 107.

17 *