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der Feier des heiligen Meßopfers, wenn sie mit Ernst ver-richtet wird, theilnahmsvoll beiwohnen. Ich vergesse dieCharlatanerie der Priester, die Lächerlichkeit ihrer Ge-schichten oder die Albernheit ihrer Geheimnisse. Ich erblickeweiter Nichts als die Vereinigung schwacher Menschen, die einhöchstes Wesen um seinen Beistand bitten." ')
Um sich wegen des Todes ihrer Mutter zu trösten, greiftdie ehemalige Klosterschülerin zu der neuen Heloise! „Ichwar einundzwanzig Jahre alt; damals machte Rousseaueinen Eindruck auf mich, jenem vergleichbar, denPlutarch, als ich acht Jahre alt war, in mir her-vorgerufen hatte. Er schien mir die zuträglichste Nah-rung und der Dollmetscher der Gesinnungen, die ich zwar schonvor ihm hatte, die er mir aber allein erklären konnte, zu sein.Plutarch hatte mich darauf vorbereitet, eine Re-publikanerin zu werden.
„Er hatte mir die eigentliche Begeisterung für die republi-kanischen Tugenden und die Freiheit eingeflößt; Rousseau zeigtemir das häusliche Glück, nach welchem ich streben konnte."
Plutarch und Rousseau leite« sie auch bei der Wahl ihresGatten. „Seit meiner Kindheit damit beschäftigt," sagt sie,„die Beziehungen des Menschen in der Gesellschaft zu betrach-ten, mit der reinsten Moral genährt, mit den größtenBeispielen vertraut, sollte ich mit Plutarch und allen Phi-losophen nur gelebt haben, um mich mit einem Kaufmanne,der Nichts wie ich empfinden, Nichts wie ich beurtheilen würde,zu verehelichen?"
Nun aber lebte damals ein wissenschaftlich gebildeterMann, Philosoph und Finanzkundiger, welcher für die Ency-clopädie Artikel über industrielle Gegenstände verfaßte. Der-selbe stattete seine Aufsätze mit Citationen und Beispielen, dieer der alten Geschichte entlehnte, aus, „und es ist nicht zu
1) Denkwürdigk. u. s. w., B. I. S. 34.
2) Ebendas. S. 196. — 3) Ebendas. S. 161.