in die Einsamkeit begraben oder sich wie Decius auf-opfern?" *)
Ueber die durch Mirabeau's Tod veranlaßte Trauer schreibtsie: „Die Lameth haben, als sie den Tod des Pom-pejus erfuhren, wie Cäsar geseufzt." Weiter:„Brissot hat zu den Jakobinern geredet und die Frage wegender Unverletzbarkeit des Königs behandelt. Das war nichtnur ein einfacher Redner, es war ein freier Mann,welcher die Sache des Menschengeschlechts mit der Majestätdes Geistes der Freiheit selbst vertheidigte. Er hat die Herzenwahrhaft elektrisirt.... Endlich habe ich das Feuer der Frei-heit in meinem Vaterlande aufflackern sehen!... Ich werdeaufhören zu leben, wann es der Natur gefallen wird."
Dies sind ihre politischen Ansichten. Vernehmen wir nunauch ihre religiösen Gesinnungen. Sie sagt: „Die religiösenIdeen, der Glaube an einen Gott, die Hoffnung auf die Un-sterblichkeit lassen sich mit der Philosophie recht gut ver-einigen und setzen ihr die schönste Krone auf; allein dieReligion unserer Priester bot nur Gegenstände kindischerFurcht und erbärmlicher Uebungen, welche an dieStelle der guten Thaten treten sollten. Ueberdies heiligte siedie Grundsätze des Despotismus, auf den sich die Autoritätder Kirche stützt. Ludwig XVI. fürchtete sich vor der Hölleund dem Banne; deßwegen konnte er auch unmöglich etwasAnderes als ein armseliger König sein."
An eine Freundin schreibt sie: „Sokrates sagte, er habeeinen vertrauten Geist, mit welchem er sich stets unterrede,bevor er einen wichtigen Entschluß fasse oder Rathschläge
1) EbenLas., August 1790; dass. in der »Nouveile Niirerve" ver-öffentlicht.
2) Briefwechsel u. s. w., Autographische Briese, S. 194.
3) Der Apologist der Menschenfleisch-Schlächtereien.
4) Briefwechsel u. s. w., S. 287.
5) Denkwürdigk. B. 1. S. 379.