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[2. Band.]
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ertheile. Ich gestehe, es ärgert mich ein Wenig, diese kleinenDämonerien im Leben der großen Männer zu finden.Nach meiner Ansicht verhält es sich mit dem Dämon des So-krates wie mit den mystischen Konsultationen desMoses im Tabernakel, den Besprechungen d-B Numa mitder Nymphe Egeria und der Taube des Mahomed." ')

Weder die Erfahrung der Menschen noch die Täuschungendes Lebens vermögen dieser Seele, deren sich Plutarch zuerstbemächtigte und welche das Evangelium nur obenhin berührthatte, eine christliche Sprache und christliche Gesinnungen ein-zuflößen. Im Augenblicke ihrer Verhaftung ruft sie aus:„O Danton, auf diese Weise schärfst du deine Messer gegendeine Opfer! Ebenso grausam wie Marius, schreck-licher als Catilina, übertriffst du sie in ihren Frevel-thaten, ohne ihre guten Eigenschaften zu besitzen."

„Bei meiner Ankunft im Gefängnisse entwarf ich ein Ver«zeichniß der Werke, die ich mir zu verschaffen suchte: Zu-nächst die Lebensbeschreibungen des Plutarch, die ich inmeinem neunten Jahre anstatt einer heiligen Woche mitin die Kirche genommen hatte." y Kein einziges christ-liches Buch!

„In meinem Gefängnisse ward ich von einer wahrhaftenLeidenschaft für Tacitus ergriffen; ich konnte nicht ein-schlafen, ohne einige Stücke aus seinen Werken gelesen zuhaben." 4)

Lebensüberdruß und die Erinnerung an ihren Gemahlbemächtigen sich ihrer sogleich an der Schwelle des Gefängnissesund lassen ihr die Worte entschlüpfen: „Ich kann auf denRuinen meines Vaterlandes nicht mehr leben; lieber will ichmich daruntergraben lassen. Natur, öffne deinen Busen!Könnte ich wiederum auf die Welt kommen und die Verhält-

1) Oeuvre äs loisir, B. III. S. 190.

2) Denkwürdigk. B. II. S. 134. — 3) Ebendas. B. II- S. 99.4) Ebend. B. I- S. 279.

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