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[2. Band.]
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» starb doch lieber auf dem Schaffote, um ein großes Bei-« spiel zu geben." ^

Während die Schriftgelehrten des Collegs den Vorschrif-

> ten des Christenthums durchaus keine Berücksichtigung schenken,

. gerathen sie über die durch die heidnische Erziehung bewirkten

Wunder wahrhaft in Extase. Ihre Worte sind ein weitererBeweis, daß Madame Roland nichts Anderes gewesen, alsein durch die heidnischen Autoren verführtes unglücklichesMädchen. „Die junge Person," sagt Barriere, „welche im Altervon vierzehn Jahren darüber weinte, daß sie keine Sparta«nenn oder Römerin war, schien weder ihrer Zeit noch ihremLande anzugehören. 2) Griechenland und Italien warenihrem Geiste beständig gegenwärtig. Sie lebte so zu sageninmitten der Republiken des Alterthums; sie bewunderte dieWeisheit ihrer Gesetze, die Macht ihrer Institutionen,

> die Einfachheit ihrer Sitten. Schon bei den Worten Ruhm,Freiheit, Vaterland fühlte sich ihr Herz bewegt. Wann siedie Geschichte der Römer und der Griechen las,erhob sich ihre Seele zur Betrachtung alles Er-habenen, was in den Tugenden, alles Stolzenund Heldenmüthigen, was in ihren Handlungenlag. Sie unterhielt sich mit ihren großen Männern, undihre Imagination, ganz eingenommen von den Ehren, welchedie Dankbarkeit der freien Völker ertheilt, schaute nur denRuhm des Leonidas und die Siegeszeichen des Miltia«des; sie vergaß die Verbannung des Aristides und denTod des Phocion. Wann sie ihre Gedanken und ihre Blickewiederum aus Frankreich lenkte, so konnten ihr Zeit-alter und ihr Vaterland bei dem Vergleiche durch-aus nicht gewinnen.

„Diese mit den Werken des Plutarch genährte

1) Barriere, Notiz über Mad. Roland, S. 4b.

2) Sie gehörte ganz einfach ihrer Erziehung und den Büchern, die sielas, an.