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dem Inhalte nach ebenso heidnisch. „Das Alterthumhat keine edlere Hingebung als die der Corday auszu-weisen." So lautet der erste Satz des Verfassers. Der zweiteist eine Parallele zwischen seiner Heldin und den großen Re-publikanerinnen des Alterthums, besonders der Epicharis.Alle, welche von Charlotte Corday gesprochen, 0 um sie zuloben, haben sich auf denselben Standpunkt gestellt. Wirwerden in Bälde erfahren, ob sie Recht gehabt haben. Zu-nächst wollen wir hier die Lebensbeschreibung des jungenMädchens liefern.
Maria Anna Charlotte von Corday d'Armont ward am27. Juli 1768 in der Gemeinde Lignidres im Departementde l'Orne geboren. Ihre Familie, eine der edelsten der Pro-vinz, zeichnete sich durch ihre monarchischen Gesinnungen aus.Zwei Bruder wanderte» zur Zeit der Revolution aus. Char-lotte und ihre jüngere Schwester wurden, da sie ihre Mutterfrühzeitig verloren, in das Kloster Abbaye-aux-Dames geschickt,wo sie unter der Leitung der Frau v. Belsunce und der Frauv. Pontscoulant erzogen wurden. Bei ihrem Austritte ausder Pension blieb sie bei ihrer Tante, Frau v. Bretteville inCaen, einer sechzigjährigen Wittwe und einer Frau von un-tadelhaftem Wandel.
Die Revolution bricht aus; die Girondisten werden ge-ächtet und ziehen sich in die Normandie zurück. Am Dienstagden 9. Juli 1793 reist Charlotte Corday, ohne Jemandenein Wort zu sagen, von Caön ab; sie trifft am Donnerstagden 11. gegen zwölf Uhr Mittags in Paris ein und steigt imHotel der Providence in der Straße Vieux-Augustins ab.Am 12. Morgens schreibt sie an Marat und ersucht ihn umeine Audienz. Da sie keine Antwort erhält, schreibt sie einzweites Billet, welches sie selbst gegen acht Uhr Abends über-bringt. Nachdem sie sich Zutritt zu Marat verschafft hat,erdolcht sie ihn im Bade. Sofort verhaftet, wird sie in die
1) Du Rozoir, Beaulieu, Louvet, Thiers, Michelet u. s. w.