312
Die französische Republik ahmt die römische in dieserHinsicht vollkommen nach.
Römer von Geburt, Geist und Charakter, erstreben dieSöhne des Romulus eine römische Erziehung, um mittelstderselben in ihren Nachkommen neu aufzuleben.
Franzosen von Geburt, allein Römer und Griechen durchihre Erziehung, gründen die Revolutionsmänner von 1793eine griechische und römische Republik und wollen eine Er-ziehung, welche durch die Heranbildung griechischer und römi-scher Generationen die Fortdauer ihres Werkes sichert.
In Rom und Sparta galt als Fundamentalgrundsatz derErziehung, daß das Kind Eigenthum des Staats ist, ehe seineEltern Ansprüche auf dasselbe zu machen haben; Zweck derErziehung war die Heranbildung körperkräftiger Soldaten;ihre Mittel waren die Gymnastik, Schwimmkunst, Uebung inden Waffen, Tanz, Volksfeste, das Studium und die Bewun-derung der großen Männer des Vaterlandes entweder in denBüchern oder im Theater.
Die französische Revolution stellt dieselben Principien auf,gebraucht die nämlichen Mittel, weist alle nationalen Herrlich-keiten zurück, um Bewunderung für die antiken zu erregen,und entfaltet fünf Jahre lang ihre ganze Energie, um diefranzösische Jugend in eine griechische und römische zu ver-wandeln.
Indessen geräth die römische Republik zuletzt unter dasJoch der Triumvirn. Dieselben unterdrücken sie, treten sienieder, überschwemmen sie mit Blut und gewöhnen sie an dieKnechtschaft. Die französische Republik geht Schritt für Schrittdenselben Gang.
Die römischen Triumvirn waren Ungeheuer, welche vierHauptmerkmale in sich vereinigten: Herrschsucht, Grausamkeit,Wollust und Unglauben.
Dieselben Merkmale treffen wir in gleichem, wenn nichthöherem Grade bei den französischen Triumvirn.
Die römischen Triumvirn, mit Verbrechen und Verwün-