der Scolopi, durch ihre Tugenden und ihre Kenntniß höchstehrenwerthe Ordensmänner. Wie alle meine Kameraden wardich mit den heidnischen Schriftstellern genährt. Wohlan, trotzmeiner so frommen häuslichen Erziehung, trotz meiner sochristlichen Collegerziehung beherrschten die heidnischen Ideenin meinem sechzehnten Jahre mein Denken so vollständig, daßmein ganzes Streben darauf gerichtet war, Volkstribunzu werden. Ich habe nicht die Gelegenheit außer Acht ge-lassen, sondern die Gelegenheit hat mir gefehlt. Ach, nichtAllen hat sie gefehlt!"
Bei diesen Worten traten die hellen Thränen in seineAugen; der Bruder des frommen Mannes ist einer der be-kanntesten Umsturzmänner Italiens.
»Ja, ja," fügte er bei, „es liegt ein arger Fehler im" Unterrichte."
„Hier haben wir," fuhr ein berühmter Prälat fort, „eineunlenksame Jugend und eine störrige Bourgeoisie. In ihremKopse verbindet sich ein ungeheuerer Stolz mit der italieni-schen Eitelkeit. Wenn sie von den alten Römern sprechen, sosagen sie niemals anders als: unsere Vorfahren. Sie! streben nach der Wiederherstellung der antiken Republik und! es ist ihr Lieblingstraum, die Welt durch Proconsuln zu re«! gieren. Die Schuld trägt die Erziehung, die sie empfangen,und in welcher man ohne Unterlaß und emphatisch von Bru-
- tus, Cato, Cicero, von dem Capitol und dem König-Volke zuihnen spricht. Wie anderswo, so erntet man auch in Romnur, was man säet."
Und in Frankreich gibt es 1856 wie 1852 Akademiker,^ die ohne Scheu schreiben, auf die Gefahren dieses beklagens-werthen Studiensystems aufmerksam machen, das heiße, sichgegen die der Kirche schuldige Hochachtung versündigen, ihrenallgemeinen Unterricht dreien Jahrhunderten zum Ver-
- brechen anrechnen, den strengsten Korporationen und den be-
- rühmtesten Doctoren den Proceß machen!!!
Ehe ihr schreibt, lernt doch erst denken!
21 *