r und wenn andererseits ihre Schriften und Handlungen imganzen Verlauf ihres Lebens nur der Ausdruck ihrer klassischenStudien sind.
Viertes Kapitel.
Voltaire.
Sohn der Renaissance und der Collegstudien, leidet er inseinem Glauben und seinen Sitten Schiffbruch — Seine erstenGedichte — Zeugniß der klassischen Erziehung, die er empfing —Unwissenheit und Verachtung des Christenthums — Begeisterungfür den Paganismus — Zeugniß des Condorcet — La Harpe —Lefranc von Pompignau — Auszug aus der Philosophie derGeschichte — Alle Theorien, alle Mythen des klassischen Alter-thums, von Voltaire bewundert und auf'ö Neue vorgetragen —Beharrliche Verachtung des Christenthums, seiner Sprache, seinerKünste, seiner Anhänger — Lobpreisung der Renaissance.
Voltaire ist eines der abschreckendsten Beispiele des Ein-flusses der Gollegstudien aus die Gesinnung und das Herz derJugend. »Durch das Studium des Virgil," sagte der heiligeAugustin, „verlor ich schon in jungen Jahren meine Unschuld." ')— „Weil ich mitten unter den Griechen und Römern und ihrerMyriaden von Gottheiten lebte, habe ich meinen Glauben ver-loren," sagte Napoleon, „und dies ist mir schon sehr frühe,nämlich in meinem dreizehnten Jahre begegnet." Noch un-glücklicher, verlor Voltaire Beides, seinen Glauben und seineUnschuld, durch seine klassischen Studien. Vernehmen wirhierüber seine Biographen.
Franz Maria Arouet Voltaire ward am 20. Februar 1694in Chatenay bei Paris geboren. In seinem zwölften Jahrekam er in das von den Jesuiten geleitete Colleg Ludwig des
1) Bekenntnisse rc.
2) Memorial von St. Helena rc.