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ließ man ihn Verse auf den Tod des sich selbst entleibendenNero verfassen. Er lieferte folgende Strophe:
An dem Tode meiner Mutter, dieses Scheusals, schuldig,
Hab' ich es verdient, von eigner Hand zu sterben.
Da ich bis jetzt grausame Thaten nur verübt,
So wollte ich mich tvdtend dem Recht Genüge thun. ')
Hieraus ersieht man, in welchem Lande der junge Arouetim Colleg lebte. Das klassische Alterthum ward sein Gesichts-kreis. Den Griechen und Römern ihre Ansichten, ihre Bilder,selbst ihre Sprache entlehnen, darin bestand für ihn diealleinige Quelle des Schönen und die erste Bedingung desErfolges. Sein ganzes Dichterleben ist ei» Beweis hiefür.Einstweilen wollen wir nur eine Komposition, die er im Altervon kaum fünfzehn Jahren machte, anführen. Eines Tagesward der Regens des jungen Voltaire von einem alten Inva-liden gebeten, ihm eine Bittschrift an den Dauphin aufzu-setzen. Der Regens verwies den Invaliden an seinen Schüler,dieser aber lieferte nachstehende Verse:
Edler Sproß des größten aller Fürsten,
Seine Liebe, uns're Hoffnung du,
Der du, ohne über Frankreich zu regieren,
Doch die Herzen der Franzosen hast gewonnen!
Kannst du wohl die Gabe, die ich dir,
Der du solche von den Göttern nur erhältst,Darzubringen wage, wohl genehmen?
Schon bei der Geburt hat die NaturMit den schönsten Reizen dich beschenkt,
Und in deinen ersten Zügen uns bekundet,
Daß du deines Vaters Ludwig würdig bist;
1 )
Leben Voltaire's vom Marquis de Luchet. 6 Bde. in 8, 1781.
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Gaume, Revolution. V.