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[2. Band.]
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In der Ode, die er mehrere Jahre später auf die heiligeGenovefa dichtete, spricht er von den gegen die Könige em-pörten Göttern, von Mars, welcher in seinem vomGott des Hasses geschirrten Wagen fährt. DaseinStück kein Glück hatte, so rächte er sich hiefür durch ein mitden poetischen Namen des Parnassus, Phöbus, Ca-tullus, Mäcenas, Anakreon, Virgil, Horatius,Rom und Griechenland reichlich ausgestattetes Spottge-dicht. ss

Inzwischen flößt der fleißige Verkehr mit dem schönenAlterthume dem jungen Arouet, reifer als es die Kinder seinesAlters zu sein pflegen, auch einen tiefen Widerwillen gegendas Christenthum ein. Die PP. Porse und Lejay werdenauf diese Denkungsart ihres Schülers aufmerksam „und mühensich rastlos ab, ihm Geschmack an den großen Wahrheiten derReligion einzuflößen." ss Vergebliche Mühe! Die Festung warbereits und leider für immer eingenommen. Schon im Altervon zwölf Jahren bekannte der junge Arouet offen dieGrundsätze und verfaßte die Spottgedichte, die er später ineiner Unmasse von Werken niederlegte. Es ist richtig undwahr, daß P. Lejay ihm schon damals prophezeihte, erwerde der Fahnenträger des Unglaubens sein.Mit der Verkehrtheit der Gesinnung verbindet sich die sittlicheVerdorbenheit des Herzens. Kaum hat Voltaire die Schwelledes Collegs überschritten, so unterhält er ein Liebesverhältnißmit einem Mädchen aus guter Familie, ja er machte den Ver-such, diese seine Geliebte zu entführen. Solches that er 1713,da er selbst erst neunzehn Jahre zählte, ss

Wenn Voltaire im Colleg seine Unschuld und seinen Glau-ben verlor, so hat er andererseits in demselben eine unbe«

1) Dieses Gedicht findet man bei Suchet, B. I, S. 26.

2) Ebendas. S. 22.

3) v. Servieres, Denkwürdig!. S. 2.

4) Ebendas.

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