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barbarischen und feudalen, ebenso ungewissen als stür-mischen Gewohnheiten, die Duelle, Tourniere, die scholastischeTheologie und die Zaubersprüche. Tausende von Schülernfüllten sich den Kopf mit Chimären und besuchten die Schulen,wo sie gelehrt wurden, bis zum vierzigsten Lebensjahre. DieZahl Derer, welche, mit einem ächten und durch die Lectüreder guten römischen Autoren gebildeten Genie ausge-stattet, den Finsternissen dieser Gelehrsamkeit entronnen waren,war seit Dante und Petrarca sehr gering.
„Es war etwas Bewunderungswürdiges, Lo-renzo de' Medici, den Vater der Musen, den Vater desVaterlandes, dem Papste widerstehen, die schöne Literatur be-fördern, dem Volke Schauspiele geben und alle griechischenGelehrten Konstantiuopels aufnehmen zu sehen.Damals war Florenz mit dem alten Athen zu ver-gleiche n."
Seit diesem ruhmwürdigen Zeitalter lebt die Welt wiederauf, die Künste blühen auf's Neue, die Denkfreiheit Rom'sund Athen's erlangt ihre Herrschaft wieder. Die Thorheitenverschwinden mit den Finsternissen des Aberglaubens; man solltemeinen, ein Gott sei abermals aus die Erde herabgestiegen,um sie zu regeneriren. „Die Musik," sagt Voltaire, „warderst nach dem sechzehnten Jahrhundert betrieben. .. . Dieächte Philosophie begann erst um dieselbe Zeit den Menschenzu leuchten.... Die Sophokles, die Demosthenes, die Ciceround die Virgil, wiederum zu Ehren gebracht, sind die Lehr-meister aller Zeiten.... Die schönen Künste haben nur vierJahrhunderte auszuweisen: man muß ein Thor sein, umzu behaupten, daß diese Künste den Sitten ge-schadet hätten/") Das Theater, wo alle Leidenschaftentriumphiren, die Musik der Wollust, die Malerei des Nackten,die Skulptur des Nackten hat den Sitten nicht geschadet!
1) Lssai snr les moevrs, B. I, S. 431; B. n, S. 80 ». 8l.
2) Ebendas. B. II, S. 185, 187 u. 189.