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dicäer beriefen die Gelehrten, welche die Türken aus Griechen-land vertrieben hatten, nach Florenz; dies war das Zeitalterdes Ruhmes für Italien. Die stets von Griechenland nachItalien verpflanzten Künste befanden sich hier auf einem er-giebigen Boden, wo sie plötzlich Früchte bringen konnten.
„Das vierte Zeitalter ist jenes, welches das Zeitalter Lud-wig's des Großen genannt wird. In der That sind die Künsteinsgesammt nicht weiter gebracht worden, als unter den Me-dicäern, den Augustus und den Alexandern. Allein die mensch-liche Vernunft im Allgemeinen hat sich noch weiter entwickelt.Die gesunde Philosophie ist erst in dieser Zeit bekannt ge-worden. Auf diese Weise ist das Genie der Franzosen neun-hundert Jahre lang fast immer unter einer barbari-schen Regierung (Aouveruemoiit Aotliigue) verengt." *)
Die vortheilhafteste und schätzenswertheste Seite der ge-sunden Philosophie aber, aus der Renaissance entstanden undim Jahrhundert Ludwigs XIV. weiter ausgebildet, bestehtdarin, daß sie die Monarchen dem Cäsarismus zutreibt und aufdiese Weise das unvergängliche Urbild der römischen Augustusreproducirt. Voltaire erklärt sich ganz unverhohlen als An-hänger dieser Philosophie, die» indem sie jede, selbst geistigeAutorität vor der königlichen herabwürdigt und alle Gerecht-same zum Vortheile des Despotismus vernichtet, die modernenGesellschaften auf die Bahn der Revolutionen und der ohneUnterlaß sich wiederholenden Katastrophen führt.
In Betreff der Religion und der Geistlichkeit sagt er:„Einem Andern als seinem Monarchen den Eid des Gehorsamsleisten ist von Seiten eines Laien ein Majestätsverbrechen,von Seiten eines Geistlichen eine religiöse Handlung. DieSchwierigkeit, zu wissen, inwiefern man diesem ausländischenMonarchen gehorchen darf und die Leichtigkeit, mit der manverführt wird, haben nur zu oft ganze religiöse Ordens-gesellschaften bewogen, Rom selbst gegen ihrVater-
11 8ieelll äe Loui» XIV, B. I, S. 237 — 241.