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[2. Band.]
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land zu dienen. Der seit einem Jahrhundert in Frankreichherrschende aufgeklärte Sinn, der sich über fast alle Ständeverbreitet, ist das beste Hülfsmittel gegen diesen Mißbrauch.Die hierüber geschriebenen guten Bücher sind den Köni-gen und Völkern erwiesene wahre Dienste und eine dergrößten Veränderungen, die unter Ludwig XIV. in unserenSitten vorgegangen, ist die bei allen Ordensleuten sich geltendmachende Ueberzeugung, daß sie erst Unterthanen desKönigs und sodann erst Diener des Papstes find.Man sollte es nicht für möglich halten, daß die Monarchengegen die Philosophen eine Verpflichtung hätte». Dennochist es wahr, daß dieser philosophische Geist, welcherfast alle Stände mit Ausnahme des niederen Volkes gewonnenhat, viel dazu beitrug, die Rechte der Monarchen zurGeltung zu bringen. Wenn man sagt, die Völker würdenglücklich sein, wenn sie Philosophen zu Königen hätten, so isthinwiederum auch die Behauptung ganz richtig, die Königewürden noch glücklicher sein, wenn recht viele von ihren Unter-thanen Philosophen wären." *)

Auf der Nothwendigkeit der Rückkehr zu dem antikenCäsarismus beharrend, sagt er in zwanzig Worten: „Manhatte sich nicht träumen lassen, daß die Sache der Philosophenauch die der Könige sei; dennoch ist es augenscheinlich, daßVernünftige, die keine zwei Gewalten gelten lassenwollen, die ersten Stützen der königlichen Autorität sind."

Voltaire beklagt sich an einer anderen Stelle über diegeringen Fortschritte der Philosophie. Das Gemälde, welcheser von den Sitten der schriftgelehrten Klassen im JahrhundertLudwig's XIV. 2) entwirft, beweist indessen, daß die älteste

1) Siede äs Doms XIV. B. I, S. 254 — 302.

2) Siede äs Douis XIV., B. I. S. 303. — Auf Seite 260 wieder-holt Voltaire, „daß die französische Nation, die nicht ausgenommen,welche sich als nicht zum Volke gehörig betrachteten, in Unwissenheitversunken war." Die Schüler der Renaissance führen insgesammt