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[2. Band.]
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lediglich mit den Griechen und Römern beschäftigt hätte —dann freilich!

Nach der Lobpreisung der beiden Fundamentaldogmen desPolytheismus erklärt sich Voltaire ganz unverhohlen für denJünger dieser Religion. Am Schlüsse eines ganz empörendgottlosen Dialogs gibt er sein Glaubensbekenntniß in folgendenWorten ab: „Ich bekenne mich zu der Religion aller Men-schen, zu jener des Sokrates, des Plato, des Aristides,Cicero, Cato, Titus, Trajan, Antonin, Marcus Aurelius,Jesus. Ich verabscheue den verruchten Aberglaubenund werde der wahren Religion bis zum letzten Seufzermeines Lebens anhangen." ')

Die Religion des schönen Alterthums, von Voltaire ge-priesen, bekannt und ausgeübt, erwarb sich zahlreiche Prose-lyten in den gebildeten Klassen. „Voltaire," sagt La Harpe,„sah auf Jene, welche in den Vor urtheilen aufgewach-sen, die Wahrheit zurückgewiesen hatten, eine neue Gene-ration folgen, die nur verlangte, sie aufzunehmenund die durch seine Schriften immer mehr zu-nahm. Freilich sah er die schändlichen Ueberreste derBarbarei, die er uns so oft vorgeworfen hat, nicht ganz ver-schwinden; allein er sah sie doch wenigstens von allen Sei-ten angreifen und durfte mit uns ihre Vernichtung hoffe»/")

Die Begeisterung dieser jungen Collegphilosophen für dasheidnische Alterthum steigerte sich bis zur Thorheit. Einer derBekanntesten, der Präsident der Berliner Akademie, Mauper-tuis, hatte sogar den Plan, eine lateinische Stadt zuerrichten.

1) vi-üoAue äu äouteur st äs I'aäor-tt., t. XI,I> p. 401. eäit.Leuotiot-

2) Lobrede Voltaire'^, T. 80, 81.

3) Denkwürdigkeiten Colini's; Leben Voltaires von Condorcet, S. 372.