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Siebentes Kapitel.
Voltaire.
(Fortsetzung.)
Seine Theaterstücke — Sie greifen Las Christenthum an undpreisen Las Heidenthum — Tragödie Brutus der Nettere —Tragödie Brutus der Jüngere oder der Tod Cäsar's —Verherrlichung des Nepublikanerthums und des politischen Meuchel-mords — Tragödie Mahomed, gewaltthätiger Angriff gegendas Christenthum — Schreiben Boltaire's an Friedrich.
Das Christenthum untergraben, seinen Glaubenslehrenund Sittengeboten die heidnischen Utopien der Naturreligion,der philosophischen Moral substituiren — solches unternimmtVoltaire in seinen prosaischen Schriften. Die Monarchie da-durch untergraben, daß er dem Despotismus den Krieg erklärtund die Institutionen Griechenland's und Rom's mit Lob über-schüttet, um die republikanische Gesinnung zu befördern —solches unternimmt er in seinen angesehensten Theaterstücken.Er gerade hat durch die weitere Ausführung dieser von derRenaissance so zärtlich behandelten, in den Kollegien so ge-priesenen und doch so verderblichen Grundsätze seinem Jahr-hundert den Antrieb gegeben und den Triumph der revo-lutionären Freiheit herbeigeführt. Kühner als die Re-naissants des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts, dochnoch weiter zurück als die Demagogen von 1793, hat er aufsehr gewandte Weise die Einen fortzusetzen und die Anderenvorzubereiten gewußt. „Hätte Voltaire," sagt Condorcet, „inseine ersten philosophischen Werke die Grundsätze des altenBrutus aufgenommen, so würden weder Montesquieu nochRousseau ihre Werke haben verfassen können."
1) Leben Boltaire's, S. 319.^