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Fortzusetzen sagten wir, denn in der That hatteVoltaire auf der Bühne berühmte Vorgänger, die, indem sieden Franzosen die Griechen und Römer als bewunderungs-würdige Beispiele vorführten, in den Gemüthern die Verachtunggegen die bestehende sociale Ordnung und die Bewunderungfür die Menschen und die Institutionen des klassischen Alter-thums außerordentlich befördert hatten. „Welche Beziehung,"fragt La Harpe, „besteht zwischen der französischen Revolutionselbst zur Zeit Corneille's und dem Geiste dieses Schriftstellers?Hat man nicht mit vieler Richtigkeit behauptet, es scheine,Corneille sei ein geborner Römer und habe inRom geschrieben...? Klingt es wahrscheinlicher, wennbehauptet wird, Racine habe nur für den Hof Ludwig's XIV.geschrieben, Racine, genährt mit der Lectüre der Al-ten, abgöttischerVerehrer der Griechen, offenbarvon ihnen gebildet, von Euripides und Sopho-kles, wie Corneille von Lucian und Seneca be-zaubert?"
Die von Racine und Corneille erschlossene Bahn betre-tend, läßt Voltaire im Jahre 1730 die Tragödie Brutus(der Aeltere) aufführen. „Seit Cinna," sagt Condorcet,„hatte unser Theater die stolzen Worte der Freiheit nicht mehrgehört. Niemals waren die Rechte eines unterdrücktenVolkes mit mehr Nachdruck, mit größerer Beredsamkeit undselbst Bestimmtheit erläutert worden, als im zweiten Theiledes Brutus." Palissot fügt bei: „Trotz ihrer vielenSchönheiten fand doch die Tragödie Brutus in ihrer Neu-heit nicht den ganzen Erfolg, den sie verdiente; die Nationwar noch nicht reif für ein solches Werk. Frankreichmußte erst frei werden, um sich auf die gleiche Linie mit diesemStücke zu stellen; auch ward dasselbe mit Begeisterung auf-
1) Lobrede auf Voltaire, S. 43.
2) Leben Voltaire's, S. 142.
Gaume, Revolution. V.
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