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[2. Band.]
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besonders die jungen Leute, noch erfüllt von den ihnendurch die Erziehung vorgeführten Gegenständen."')

In diesem Stücke reden sich alle Personen als gleichbe-rechtigt mit Du an; selbst Brutus gebraucht gegen Cäsar, derihn als seinen Vater anerkennt, das Wort Du. „Wir müß-ten," sagte der Marquis von Suchet im Jahre 1785, „wennwir die erhabene Beredsamkeit dieses Stückes kosten wollten,römische Zuschauer, keine weichherzigen Stutzer sein." NurGeduld! mit Hülfe der Erziehung und des Theaters werdetihr in Bälde römische Zuschauer bekommen. Diese werdendem Brutus Beifall klatschen, werden seine erhabene Bered-samkeit bewundern, den Cäsar ermorden, die weichherzigenStutzer, unter denen auch ihr, ihr Herren Marquis, die solcheDinge schreiben, figuriren werdet, auf republikanischeWeise guillotiniren.

In Brutus hat Voltaire den Fanatismus der Freiheit,im Tode Cäsar's den Haß der Tyrannei und die Ermordungder Tyrannen verherrlicht. Um zu beweisen, daß er, währender die Monarchie untergräbt, auch das Christenthum, dessenUntergang er beschworen hat, nicht aus den Augen verliert,greift er in Mahomed oder der Fanatismus dasselbemit einer unerhörten Heftigkeit an. Dieses Stück steigert denHaß gegen die Religion, die Vorurtheile, die Betrü-gereien und Personen der Geistlichen, mit einemWorte gegen alles Heilige aus die höchste Spitze.

„Niemals sind vielleicht die schrankenlose Wuth des Fa-natismus, die begeisterten Empfindungen der Herrschsucht undder Rache in lebhafteren Farben geschildert worden." Wieder Tod Cäsar's ward auch dieses Stück im Jahre 1742zum ersten Male gegeben.

„Mahomed," fügt Palissot bei, „eines der bedeutend-sten Werke Voltaire's, ist ein gegen den Fanatismus,

1) Leben Boltaire's, S. 143. — 2) Denkwürdigkeiten rc. S. 197.

3) v. Servtsres Denkwürdigkeiten S. 198.