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[2. Band.]
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Jene, die in ihrem Vaterlande nicht wissen, welcher Chefvor fünfzig Jahren den dortigen Gerichten vorstand,wissen doch, zu welcher Zeit Cicero die erste Stelle inRom einnahm.')

Hier haben wir doch wohl den schärfsten Tadel über dasvon der Renaissance eingeführte Studiensystem. Obgleich Chri-sten, würden wir doch sehr verlegen werden, wenn wir dieApostel, die Kirchenlehrer, die Begründer der modernen So-cietäten nennen sollten, obgleich Franzosen, wissen wir selbstnicht einmal unsere nationalen Ehrenthaten, dagegen wissenwir die Namen und Thaten der Heiden Athen's und Rom'sauswendig! Statt jedoch diesen abscheulichen Widersinn zubekämpfen, zollt ihm Voltaire seinen Beifall und will ihn, in-dem er das Werk der Kollegien mittelst des Theaters vollendet,verewigen.

„Die Werke dieses großen Mannes," sagt er weiter,„wurden bei unserer Erziehung verwendet; allein man wußtenicht, in wie hohem Grade seine Person achtbar war.Die Kenntnisse, die wir uns erworben, haben uns ge-lehrt, Keinen von Allen, die sich mit der Regie-rung befaßt oder auf Beredsamkeit Anspruch ge-macht haben, mit ihm zu vergleichen.... Cäsar warein großer Mann; allein Cicero war zugleich auch eintugendhafter Mann.... Ich wollte in dieser Tragödienicht sowohl das grausame Herz des Catilina darstellen, alsvielmehr die Großmuth und edle Gesinnung Cice-ro's schildern."

1) S. 3.

2) Entweder sucht hier Voltaire geflissentlich zn täuschen oder sprichtnur nach, was er im Colleg gehört hat. In der Vorrede zuden Briefen des heiligen Bernhard habe ich mit Hülfe derGeschichte gezeigt und werde auch in den letzten Lieferungen desvorliegenden Werkes zeigen, welche Bewandtnis es mit der achtbarenPerson Cicero's hat.