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[2. Band.]
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So sagt Voltaire zu der Herzogin Du Manie, als er^ihr seine Tragödie Orestes übersandte: „Herr v. Malezieulegte in seinen Vertrag den ganzen Ausdruck der berühmtenMänner Athens. Gestatten Sie mir, Madame, Sie an seineAnsichten über jenes erfinderische, geistreiche und gefühlvolleVolk, welches das moderne Europa aus seinerrohen Unwissenheit zu ziehen wußte, zu erinnern.Er war himmelweit entfernt von der Ansicht der lächerlichstrengen Männer und der falschen Politiker, welchedie Athener noch immer tadeln, zu verschwenderisch bei ihreni öffentlichen Spielen gewesen zu sein."

Hierauf lobt er die Herzogin, daß sie des Euripides!,Jphigenie auf Tauris habe übersetzen und zur Auffüh-rung bringen lassen. Sodann fährt er fort: „Ich war Zeugedieses Schauspiels; ich überließ mich den Sitten undden Gewohnheiten Griechenlands um so leichter,als ich andere kaum kannte.

„Ich habe die Electra des Sophokles auch entferntnicht copirt und habe mich nur, so sehr ich konnte, an derenGeist und Inhalt gehalten. Die Feste, welche Aegistheusund Klytemnästra feierten, die Ankunft des Orestes und desPytades, die Urne, worin die Gebeine des Orestes, wie manglaubte, enthalten find, der Ring des Agamemnon, der Cha-rakter der Elektra, der der Jphise, welche genau die Chryso-themis des Sophokles ist, und besonders die Gewissenspeinder Klytemnästra, dies alles ist der griechischen Tragödie ent-nommen.

„Ihre Sache, Madame, ist es, die unter uns von jenemkostbaren Lichte, das uns die Alten hinterlassenHaben, noch vorhandenen Funken zu bewahren. Ihnen haben'Wir ja Alles zu verdanken. Keine einzige Kunst ist unteruns entstanden, sondern das Land, welches ihre fremden Früchteträgt, wird erschöpft und ausgesogen, und die alte Barba-rei könnte noch trotz der Cultur hervorbrechen. Die Schüler

Kaume, Revolution. V. 0