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nähme der Pflichten der Eltern auch die Rechte derselben er-langt, so sind diese Beschwerde zu erheben um so wenigerbefugt, als sie in dieser Hinsicht eigentlich nur den Namenändern und gemeinsam unter dem Namen Bürger dieselbeAutorität über ihre Kinder haben, die sie getrennt unter demNamen Eltern ausübten. Deßhalb ist die öffentlicheErziehung unter Normen, welche die Regierungvorschreibt, und unter Beamten, welche der Sou-verän ernennt, ein Fundamentalgrundsatz derberechtigten Volksregierung. Zweifeln wir nicht, daß,wenn die Kinder gemeinsam im Schooße der Gleichheiterzogen, mit den Gesetzen des Staates und den Maximen desAllgemeinwillens vertraut gemacht werden, dieselben auch ler-nen, sich gegenseitig als Brüder zu lieben, immer nur daszu wollen, was die Societät will, und eines Tagesdie Vertheidiger und Väter des Vaterlandes zu werden,dessen Kinder sie pflichtschuldig gewesen sind." 9
Welches feierliche Dementi hat die Erfahrung diesen Uto-pien des Schülers des Plutarch ausgestellt! Am Meisten zubeklagen aber ist es, daß diese verderblichen Grundsätze keines-wegs veraltet sind; von Rousseau sind dieselben auf die Männerder Revolution übergegangen; von den Revolutionsmännernhaben sie sich in die Gesetze eingebürgert und behaupten, vonder Erziehung immer wieder neu belebt, ihre Herrschaft inganz Europa von Neapel bis nach Lissabon.
Wenn dem Staate auf den Besitz und die Person einRecht zusteht, so hat derselbe aus triftigeren Gründen nochauch eine unbedingte Gewalt über die Religion, die, nachRousseau's Ansicht, wie im Alterthum nur ein Werkzeug inder Hand der Regierung sein soll und kann. Bei den Griechenwaren der Senat oder der Areopag, bei den Römern die Kai-ser die souveränen Päpste geworden; sie waren die Ezaarender Vergangenheit; als die höchsten Oberhäupter der Societät
t) Abhandlung über den Staatshaushalt, S. 31.