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[2. Band.]
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waren sie auch die der Religion; Ceremonien, Feste, Priester,selbst Götter hingen von ihrem Willen ab. Der Gottesdienst. ward wie jeder andere Theil des Staatsdienstes verwaltet.Nächst Macchiavell und Hobbes, von denen wir noch redenwerden, hatte vor der Revolution diesen heidnischen Grund-f satz Niemand so derb wie der Genfer Philosoph ausgesprochen,welcher sagt:

„Weil die Römer mit ihrer Herrschaft auch ihren Gottes-dienst und ihre Götter verbreiteten und oftmals selbst dieGötter der Besiegten unter die ihrigen aufnahmen und beidendas Bürgerrecht schenkten, so bekamen die Völker dieses un-s geheueren Reiches unmerklich eine Unmasse von Göttern undi Arten der Gottesverehrung, die beinahe') überall dieselben! sind; auf diese Weise kam es, daß der Paganismus zu-! letzt in der ganzen Welt nur eine und dieselbe! Religion war.

„Unter solchen Umständen begründete Jesus aus Erden eingeistiges Königreich, welches durch die Trennung des theo-logischen Systems von dem politischen Systeme bewirkte, daßder Staat aufhörte, eins zu sein, und die inneren Spaltungenhervorrief, welche die christlichen Völker ohne Unterlaßbeunruhigten. Da nun aber diese neue Idee von einemgeistigen Königreiche bei den Heiden keinen Eingang zu findenvermochte, so betrachteten diese die Christen stets als eigent-liche Empörer, die unter der Maske einer erheuchelten Unter-würfigkeit nur den Augenblick abwarteten, um sich für unab-hängig zu erklären, sich zu Gebietern auszuwerfen und dieAutorität, die sie in ihrer Schwäche zu achten vorgaben, ansich zu reißen. Auf dieser Ursache beruhen die Christenver-folgungen." 2)

Hieraus ergibt sich als Schlußfolgerung, daß das Heiden-thum, weil es die Einheit im Staate aufrecht erhält, dem

t) Das ist ja beinahe reizend.

2) Abhandlung über den Staatshaushalt, B. IV. K. 8.

Gaume, Revolution. V. 7