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[2. Band.]
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Ueberall wo der Klerus eine Körperschuft bildet,ist er Gebieter und Gesetzgeber in seinem Vaterlande.

„Von allen christlichen Schriftstellern ist derPhilosoph Hobbes der einzige, welcher das Uebel unddas Heilmittel richtig eingesehen, welcher den Vor-schlag gewagt hat, die beiden Köpfe des Adlers zu vereinigenund Alles zu derjenigen politischen Einheit zurückzu-führen, ohne die weder ein Staat noch eine Regierungjemals bestehen kann. Allein er hat finden müssen, daßdie Herrschsucht des Christenthums mit seinem System unver-träglich war. Nicht was Schreckliches und Falsches in seinerPolitik, sondern was Gerechtes und Wahres darin ent-halten ist, hat dieselbe gehässig gemacht.

„Es gibt eine Religion, die, während sie den Menschenzwei Gesetzgebungen, zwei Häupter, ein doppel-tes Vaterland gibt, sie contradictorischen Pflichtenunterwirft und sie verhindert, Frömmler und Bürger zugleichzu sein. Dahin gehört die Religion der Lamas, die Religionder Japanesen, das römische Christenthum. Diesesist so offenkundig schlecht, daß es Zeitverlust wäre, dies zubeweisen. Alles, was die sociale Einheit zerreißt, taugtNichts." t)

Der Katholicismus zerreißt die glückliche Einheit,die bei den heidnischen Völkern herrschte — ein erster Beweg-grund, ihn von der Gesellschaft auszuschließen. Ein aber-maliger Rückblick auf die ehemalige Welt, das Vorbild allerVollkommenheit, bringt Rousseau auf die Entdeckung eineszweiten Beweggrundes, das Christenthum aus der socialenOrdnung zu verbannen: dasselbe ist eine Sklavenreligion.„Das Christenthum," sagt er, „ist eine ganz geistige undeinzig mit dem Himmlischen sich beschäftigende Religion. DasVaterland des Christen ist nicht von dieser Welt. Wenn ersich nur Nichts vorzuwerfen hat, so liegt ihm im Uebrigen wenig

1) Abhandlung über dm Staatshaushalt, B. IV. K. 8.

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