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er der Reihe nach das Christenthum an und vertheidigt eswieder, weil er doch auch eine Religion für das Volk habenwill. Was ihn anlangt, so ist sein Cult der antike Cult, diegöttliche Verehrung des Stolzes und der Sinnlichkeit. SeinLeben ist ein öffentliches Aergerniß, mit dem er in seinen Be-kenntnissen prahlt und sein Tod der eines Helden desPlutarch.
Dieser erfolgte ungefähr fünf Wochen nach dem HintritteVoltaire's, am 3. Juli 1778 auf dem Landgnte des Marquisvon Girardin in Ermenonville.
Zwölftes Kapitel.
Montesquieu.
Vorläufer Rousseau's — In derselben Schule gebildet —Greift das Christenthum an — Persische Briefe — Gnidos-tempel — Verherrlicht das klassische Alterthum — Größe undVerfall der Römer — Geist der Gesetze, vorzugsweisedurch Tacitus und Plutarch angeregt — Tod Montesquieu's —Analyse des Geistes der Gesetze — Verleumdung der Mon-archie — Beständige Lobpreisung der republikanischen RegierungSparta's, Athen's und Roms.
„Was Montesquieu die Herren hatte lesen lassen, gabRousseau den Dienern zu lesen." In diesem berühmt gewor-denen Ausspruche finden wir das verwandtschaftliche Band zwi-schen den beiden Publicisten des verflossenen Jahrhunderts an-gegeben. Aus derselben Familie entsprungen, belebt sie die-selbe Gesinnung. Allein schüchterner oder, wie man sich heut-zutage auszudrücken beliebt, noch nicht so weit vorgeschrittenals Rousseau, sucht er seine Anficht geschickt zu verschleiern,mag er nun das Christenthum angreifen oder das Alterthumverherrlichen. Vielleicht auch hat er die fernen Folgen unddie endgültige Anwendung seiner Grundsätze gar nicht einmal