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[2. Band.]
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bewundernswürdige Wirkungen hervorbringen mußte.Man versammelte alle jungen Leute und fällte ein Urtheil übersie. Wer für den Besten von Allen erklärt wurde, nahm dasMädchen, welches er wollte, zur Frau. Der, welchernach ihm die meisten Stimmen bekam, durste dann auch wählenund sofort...

„Die Samniter waren Abkömmlinge der Lacedämonier, undPlato, dessen Institutionen nur die vollständigere Ausbildungj der lykurgischen Gesetze sind, gab fast ein ähnliches Gesetz." *)

? Was aber wird bei dieser schönen Gewohnheit aus derZustimmung des Vaters und der Freiheit des Weibes? Magsie Abneigung und Widerwillen empfinden oder andere Gründegegen eine solche Heirath haben, das junge Mädchen muß denMann, der ihr aufgedrungen wird, zum Gatten nehmen.Welch' erhabene Moralität in dieser schönen Gewohnheit!Welche erstaunlichen Wirkungen mußten Verbindungen, dieunter solchen Auspicien geschlossen wurden, hervorbringen!

Von den ehelichen Institutionen, die er für bewunderns-würdig hält, geht Montesquieu zu den Pflichten der Vater-schaft über, Deren polizeiliche Regelung er für sehr guthält. „Die ersten Römer," sagt er, „hatten eine sehr guteVerordnung über die Aussetzung der Kinder." „Romulus,"sagt Dionysius von Halte arnassus, „legte allen Bürgern diePflicht auf, sämmtliche männliche Kinder und die erst-geborenen Töchter zu erziehen. Waren die Kinder häß-lich und krüppelhaft, so gestattete er ihnen, solche, nachdemsie dieselben vorher den fünf nächsten Verwandten gezeigt, aus-zusetzen." 2 )

Das gesetzliche Recht, alle häßlichen Kinder und alle Mäd-chen, mit Ausnahme der erstgebornen, auszusetzen, d. h. demTode preis zu geben, wagt Montesquieu eine sehr guteVerordnung (uim S88S3 komm xolieo) zu nennen! Wie läßt

1) Größe und Verfall der Römer, B. VII. K. 16.

2) Ebendas. B. XXIII. K. 22.