Band 
[2. Band.]
Seite
179
JPEG-Download
 

179

Verehrung den Titel eines Kanzlers. Verleumdung seinerRivalen, Fuchsschwänzereien bei den Großen, — die Geschichtemeldet keine Niederträchtigkeit, kein unwürdiges Manöver,welches Bako nicht ausgeführt hätte, um zu dieser Stelle zugelangen.

Die Philosophie der Renaissance war damals eben sowenig, als sie es seitdem geworden ist, ein starker Zügel fürdie Leidenschaften. Bako ließ dem Ehrgeiz und der Begier»lichkeit freien Lauf. Vor dem Parlament der Käuflichkeit und!l der Bestechung angeklagt, sah sich der erhabene Philo-soph genöthigt, auf alle Punkte der gegen ihn erhobenen An-klage umständliche Antwort zu geben; er erschien vor dem Ge-richtshöfe am 21. Mai 1621 und bekannte in durchaus unzwei-deutigen Ausdrücken das Verbrechen der Bestechung, dessener angeklagt war, in achtundzwanzig verschiedeneniFällen. Das heißt, er bekannte sich als einen erhabenen! Hallunken.

! Der Thatbestand war so evident, daß Bako sich gänzlichder Gnade seiner Richter übergab. Er wurde verurtheilt zueiner Geldbuße von 40,000 Pfund Sterling, und einervon dem Willen des Königs zu bestimmenden Einsperrung inden Thurm von London; außerdem wurde er auf immer fürunfähig erklärt, irgend eine Charge oder ein Amt im König-reiche zu verwalten, im Parlament zu sitzen und während seinesLebens im Bereiche des Hofes zu erscheinen.

So wie Sallust, nachdem er Afrika geplündert, sich ineine prächtigen Villen des Pincio zurückzog, wo er seine Ab-handlungen über Moral schrieb, so schrieb Bako in der Zurück-zezogenheit aus seinen Landgütern seine Bücher über Moral-lnd Staatsphilosophie.')

Als Söhne einer Mutter gleichen sich alle Philosophen.

Ueber Cartesius, dessen Philosophie gleichzeitig von der

t) Siehe seine Biographie, übersetzt aus dem Englischen von Berti».1788. Paris.

12 *