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[2. Band.]
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der Wunsch, diese Moral von einem Philosophen in einenKatechismus gebracht zu sehen. ')

Wenn d'Alembert länger gelebt hätte, würde er seineletzten Wünsche durch die Revolution erfüllt gesehen habe».Er hätte der Verbannung des Luxus und der Wiedereinfüh-rung der lacedämonischcn Einfachheit beigewohnt; er hätte denKatechismus der Menschenrechte lesen und in Frieden sterbenkönnen, im Hinblicke auf die durch die gleichmachende MoralLykurg's und Plato's sich verjüngenden republikanischen Tu-genden.

Allein der Tod wartet nicht. Er fand d'Alembert mittenin der heidnischen Welt, in die er in seiner Kindheit einge-treten, in der er gelebt und in der er sterben sollte. Seineletzte Unterhaltung bestand darin, die Räthsel des Merkurzu lösen, seine letzte Beschäftigung war die Correcturseiner Uebersetzung des TacituS.

Die Empfehlung seiner Seele bestand in folgenden letztenWorten, welche er an seinen Kollegen in der Akademie, Pougens,richtete: „Hören Sie, wie meine Brust sich füllt?"Es war der 29. October 1783.

„Er hat den Vorurtheilen seines Landes," sagt Con-dorcct, „keimen Tribut, auch nicht einen äußerlichen entrichten,noch auch sterbend Dem huldigen wollen, wofür er sein Leben-lang seine Verachtung bekannt hatte."

1) Vi8e. prelim. Thl> I. S. 77—141.

2) „Ich habe ihn hinlänglich gekannt," schreibt La Harpe, „um zu be-haupten, daß er Skeptiker war in Allem, die Mathematik ausge-nommen; er würde nicht bestimmter gesagt haben, es gebe keineReligion, als er behauptet hätte, es gebe keinen Gott; er fand nurmehr Wahrscheinlichkeit im Deismus und weniger in der Offen-barung." Oeuvro8 cls ä'XIemdsrt, I. Thl. S> I.XXVI. Aus-gabe in 8.

3) Brief an Friedrich vom 22. Dezember 1783 in der Liograplrie äoLonäorest pur Xrsgo, S. 300.