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indem es jeden Widerspruch zwischen den religiösen und patrio-tischen Vorschriften beseitigt. Welche Macht wird nicht einevon einem Senat gegebene Lehre der Moral auf die Gemütherausüben! Mit welcher Ehrfurcht werden nicht die Völkerderen Entscheidungen annehmen! Nur von dem gesetzgebendenKörper kann man eine wohlthätige Religion erwarten, dieandrerseits, wenig kostspielig, nur große und edle Vorstellungenvon der Gottheit bieten, in den Gemüthern nur die Liebe zuden Talenten und Tugenden entzünden, und endlich, wie dieGesetzgebung, nur das Glück der Völker zum Zwecke habenwird."
Wenn die Stiftung einer Religion auf dem Papier fürHelvetius nur das Werk eines Augenblickes ist, so scheint ihmderen Einführung in die Welt ein Unternehme», dessen Er-folg ziemlich langer Zeit bedarf.
Dieser Gedanke beugt ihn nieder. Er ruft aus: „Wirdes bis zu jenem Moment kommen? Die Menschen werdennur verworrene Ideen von der Moral haben." In der Er-wartung, bist alle Völker, eifersüchtig auf ihr Glück, die wahreGottesverehriung ergriffen haben, welche die Philosophie ihnenoffenbaren solll, untersucht Helvetius die zwei großen Religionen,zwischen deinen, in Ermanglung eines Bessern, die Welt zuwählen gezwANgen ist. Diese Religionen sind: auf der einenSeite der Katholicismus, welchen er Papismus nennt, undauf der andern der Paganismus.
Die erstere Religion muß durchaus verbannt und ohneBedenken vernichtet werden. Sie ist schädlich für das mensch-liche Geschlecht, denn sie besitzt keines von den Merkmalen derphilosophischen Religion. „Der Papismus ist in denAugen des denkenden Menschen nur reine Abgöt-ter e i." ')
Er ist sehr kostspielig. „Zweimalhunderttausend Priester
1) ve 1'kvMme, Sekt. I. Kav, XV. S. 6V ff.
2) Ebendas. S. 61. — 3) Ebendas. S. 61 ff.
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