kosten jährlich zweihundert Millionen.... Ich werde selbst beidiesem Gegenstände beachten, daß die weltliche Macht, welcheres vorzüglich obliegt, über das zeitliche Wohl der Völker zuwachen, das Recht besitzt, die Verwaltung über die dem Armenbestimmten Vermächtnisse selbst zu übernehmen, und von denFonds, welchen die Mönche den Armen geraubt haben, wiederBesitz zu ergreifen." ')
Er ist intolerant: „Er hat Dogmen. Nun ist aber jedesDogma ein unter die Menschen geworfener Funke der Zwie-tracht und des Verbrechens. Welche Religion ist wahrhafttolerant? Diejenige, welche entweder, wie die heidnische,kein Dogma hat, oder sich, wie jene der Philosophen, auf einegesunde und erhabene Moral beschränkt, die ohne Zweifeleines TagS die Religion der ganzen Welt seinwird." 2 )
Er ist weder menschlich, noch sanft, noch heiter.
„Er erstickt die Neigungen der Menschen, und jeglicherCultus, der diese unterdrückt, erzeugt Derwische, Bonzen undBraminen, aber niemals Helden, erleuchtete Männer und großeBürger. Er erdrückt die Seele unter dem Gewicht der Furchtund macht aus den Menschen feige und kleinmüthige Sklaven.
„In seinen Augen ist der gerechte, für seine Mitmenschenmenschlich fühlende Mensch nicht der Gunst des Himmelsgewiß." 3)
Er ist nicht politisch. „Er verehrt nicht das öffentlicheWohl. Warum hat dieser Gott nicht noch seinen Cultus,seinen Tempel und seinen Priester? Der Papismus verehrtlieber die Demuth. Darf aber diese Demuth, welche die Feig-heit und die Trägheit begünstigt, die Tugend eines Volkessein? Nein, die Tugend einer großen Nation war stchö deredle Ehrgeiz. Die Verachtung, welche die Griechenund die Römer für die sklavischen Völker hegten,
1) Os I'Iwmms, Sect. I. Kap. XV. S. 61 ss. — 2) Ebendas.
3) Ebendas. S. 60 ff.