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Cato's des Censors kam Eumenes nach Rom. Bei seinerAnkunft drängt die gesammte Jugend Roms sich um ihn; Catoallein hält sich fern. Warum, fragt man ihn, flieht Catoeinen Herrscher, der ihn aufsucht, einen so guten, den Römernso befreundeten König? So gut, als es Euch beliebt,antwortet Cato, jeder König ist ein Menschenfresser,den jeder tugendhafte Bürger fliehen muß. ')Wer dem Gründer eines Ordens von Müssiggängern mehrVerehrung zollt, als einem Minos, einem Merkur, einemLykurg u. s. w., hat sicherlich nicht richtige Ideen von derTugend."
Welches Mittel gibt es aber, um die heidnische, über dasChristenthum so erhabene Religion wieder in Geltung zubringen? Helvetius antwortet ohne Zögern: Die Colleg-erziehung. Sie erfüllt die Seele mit Bewunderung für dasklassische Alterthum und emancipirt die Vernunft. „Wenn einjunger Mann," sagt er, „mit dem Leben der Heiligengenährt wird, so wird er von der Tugend eine ganz andereVorstellung haben, als jener, der sich ehrenwertherenund belehrenderen Studien hingibt und Sokrates, Scipio,Aristides, Timoleon sich zum Muster nimmt. Es ist nichtdenkbar, daß das Wort Tugend nicht gänzlich verschiedeneVorstellungen in uns erwecke, je nachdem man Plutarch oderdie Legende liest. Bei den Heiden erzeigt man dem Herkules,Castor, der Ceres, dem Bacchus, Romulus göttliche Ehren;bei den Katholiken gibt man feilen Mönchen, einem Dominikus,Antonius dieselbe Ehre."
In der Erkenntniß, daß er selbst auf diese Weise erzogenworden, fügt er hinzu: „Möge man mir in der Geschichteoder auf dem Theater einen großen Griechen oder Römerzeigen, so werbe ich ihn bewundern. Die Principien der
1) ve I'komms, Sect. I. Kap. XVII. S. 165.
2) Ebendas. Sect. II. Kap. XVIII. S. 167.