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wieder anregt. Ein gutes Gesetz wird diese Wirkung hervor-rufen."

Die Revolution wird es uns geben. Da die jungenLeute von Kindheit an gewohnt sind, die Tugenden, Grund-sätze und große Thaten eines Sokrates, Aristides, Cato zubewundern, die keine Christen waren, nicht zur Beichte, nichtzur Kommunion gingen, nicht fasteten, nicht die Messe hörten,— so fangen sie an, die Nothwendigkeit aller dieser Vor-schriften und die Wahrheit der Religion, welche sie ertheilt, zubezweifeln; ihre Vernunft emancipirt sich.

Diese Emancipation der Vernunft durch den klassischenUnterricht ist um so unvermeidlicher, als dieser Unterricht, nachHelvetius, die beständige Negation des Einflusses der Reli-gionen auf die Tugenden und das Glück der Völker ist.„Männer, die mehr fromm, als aufgeklärt waren," sagt er,„haben ausersonnen, daß die Tugenden der Na-tionen von der Reinheit ihrer Gottesverehrungabhängig seien. Was liegt an dem Glauben? Unter Kon-stantin wurde die christliche die herrschende Religion. Sieführte indessen die Römer nicht zu ihren früheren Tugendenzurück. Man sah da keinen Decius sich für das Vaterlandopfern, keinen Fabricius sieben Joch Landes den Reichthümerndes Reiches vorziehen. Die christlichen Könige waren nichtdie größten Könige. Wenige von ihnen zeigten auf demThrone die Tugenden eines Titus, eines Trajan, eines An-tonin. Welcher fromme Fürst war ihnen vergleichbar? DasUebel, das die Religionen stiften, ist reell, das Gute ima-ginär." 2)

So unglaublich die Thesis, welche Helvetius zu Gunstendes Polytheismus aufstellt, scheinen mag, so wird sie doch,einige Jahre später, von Quintus Aucler mit Aufsehen wiederaufgenommen.

1) I)ö 1'Iiomme, Sect. X. Kap. IV. S- 343.

2) Ebendas. Scct. VII. Kap. I. S. 119 und 125.