Band 
[2. Band.]
Seite
210
JPEG-Download
 

210

sachte es die größten Stürme und bestimmte eine MengeMenschen, welche mit ihrem Loose unzufrieden waren, ihr Le-ben selbst abzukürzen. Als Ptolemäus Philadelphus,König von Egypte», die Wirkungen dieses heutigen Tagesnoch als so heilsam gepriesenen Dogmas auf das Gehirn seinerUnterthanen sah, verbot er bei Todesstrafe, es zu lehren."')

„Viele Menschen, welche von dem Nutzen des Dogmasvom andern Leben überzeugt sind, betrachten Jene, die esanzugreifen wage», als Feinde der Gesellschaft. Indessen kannman sich leicht überzeugen, daß die aufgeklärtesten Män-ner des Alterthums nicht allein geglaubt haben, daß dieSeele etwas Materielles ist und mit dem Leibe untergeht,sondern, daß sie sogar ohne Umschweif die Meinung von denzukünftigen Strafen angegriffen haben.

„Diese Ansicht war nicht nur den Epikuräern eigen, wirsehen sie von den Philosophen aller Secten, den Pythagorä-ern, Stoikern, kurz von den heiligsten und tugendhaftestenMännern Griechenlands und Roms angenommen."

Unter diesen großen Heiligen nennt v. Holbach Ovid,Pythagoras, Timäus von Lokris, Zeno, Cicero, Scneca denPhilosophen und Seneca den Dichter; endlich als die größtenHeiligen Epiktet und Mark Aurel.

„Epiktet," sagt er, „hat dieselben Ideen bei einer Stelle,die der von Arian dazu gemachten Anmerkung sehr würdigist; sie heißt, wörtlich übersetzt: »Aber wohin geht ihr? Nichtvielleicht an einen Ort des Leidens; ihr geht, um den Ele-menten friedlich wieder beigesellt zu werden, von denen ihrausgegangen seid. Was in Eurer Zusammensetzung feurigerNatur war, wird zu dem feurigen Elemente zurückkehren; wasvon Erde war, wird sich wieder mit der Erde vereinen; wasLust war, wird sich mit der Lust verbinden, was Wasser war,sich in Wasser auflösen: es gibt keine Hölle/")

1) Lateins 3s Is nature, Thl. I. Abschn. 1. Kap. IV u. V. S. 280.

2) ^.nan in lüpiot. Ild. III. 6. 13.