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[2. Band.]
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„Endlich sagt der weise und fromme Antonin: Wer denTod fürchtet, fürchtet entweder alles Gefühles beraubt zuwerden, oder peinigende Empfindungen zu erdulden. Wennihr alles Gefühl verliert, so werdet ihr den Leiden und demElende nicht mehr unterworfen sein. Wenn ihr mit andernSinnen, einer andern Natur begabt seid, werdet ihr ein Ge-schöpf einer andern Natur werden. Der Tod ist Nichts, alsdie Auflösung der Elemente, aus denen jedes Thier zusammen-gesetzt ist." ')

Die logische Schlußsolge dieser Lehren des schönen Alter-thums ist nach v. Holbach, daß man sich wohl hüten muß,mit den Menschen, und besonders mit den Kindern von denFabeln einer Zukunft zu sprechen, deren Kenntniß unnütz istund mit ihrem irdischen Glück Nichts gemein hat. Um siezur Tugend zu ermuntern, muß man, nach dem Beispieleder Heiligen Griech,enlands und Roms, Cicero's im Besondern,mit ihnen von der Unsterblichkeit der muthigenSeelen sprechen, welche sich nicht begnügen, dieBewunderung ihrerZeitgenossen zu erregen, son-dern auch die Huldigungen der kommenden Ge-schlechter sich erzwingen wollen.^)

„Betrachten wir nicht als Unsinn die Begeisterung jenergroßen und wohlthätigen Geister, welche für uns geschrie-ben, welche uns von unsern Irrthümern geheilt haben,bringen wir ihnen die Huldigungen dar, die sie von uns er-wartet haben, da ihre ungerechten Zeitgenossen sie ihnen ver-sagten. Beziehen wir mit unsern Thränen die Urnen des So-krates und Phocion, löschen wir mit unsern Thränen dieMakel aus, mit welcher ihre Verurtheilung das Menschen-geschlecht befleckt hat. Bestreuen wir mit Blumen das Grab

1) Reüexions morales äs Naro-durste Antonin lid. IV. tz. 14 eilib. VIII. tz. 58. — O'Loldsek, Lüsterne äs nature, Thl. IlAbschn. 1. Kap. IV u. V. S. 287.

2) Systems äs 1a naturs, Thl. I. Abschn. 1. Kap. IV u. V. S. 295.

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