Band 
[2. Band.]
Seite
218
JPEG-Download
 

218

genau die Welt Zeno's, Plato's, des Speustppus, Virgil's,Seneca's und der besten Collegautoren. ')

Ueber die Existenz Gottes sind die Philosophen des acht-zehnten Jahrhunderts nicht einig; die Einen bejahen, dieAndern verneinen; wieder Andere bejahen und verneinen ab-wechselnd. Voltaire und d'Alembert sagen ja; Holbach undde Maillet sagen »ein; Robiuet, Lamettrie, Raynal und Di-derot sagen bald ja, bald nein. Diese Variationen hängenvon dem Lehrer ab, bei welchem sie eben ihren Unterrichtnehmen. Prodikus, Simouides, Stilpo, Theodorus, Lucre«tius sind gegen Gott; Plato, Cicero und Tacitus sind dafür.Diagoras, Protagoras und eine Menge Anderer, die nichtweniger empfehlenswerth, sind bald pro, bald contra.

Ueber die Natur Gottes hegen die Lehrer und die Schülerdieselben Meinungen. Voltaire lehrt Gott als die großeSeele, die einzige Seele; das ist der Gott des Virgil,des Plato, des Pythagoras und des Zeno; v. Holbachlehrt Gott als das große All; das ist der Gott des Zkeno«phanes, welcher mit eigenen Worten sagt, daß Alles, wasexistirt, nur Eins ausmacht, und dieses Eine Gottist. 4) Diderot, Boulanger, Raynal, Voltaire und viele An-dere lehren den ruhigen Gott. Das ist der Gott Epikur'sund selbst des Aristoteles, der sich nie in das mischt, was sichereignet, und der sich wohl hütet, über unsere Handlungen zuwachen, aus Furcht, er möge in seiner Ruhe gestört werden.

Ueber die Seele herrscht vollkommene Einhelligkeit zwischenden Modernen und den Alten. Fröret, Lamettrie, v. Holbach,

1) Siehe Oiesro, äs unt. äeor. lid. I. Xr. 47. — Vlr§il, Ksoi-A.und L.eneis, lid. VI. — Ölet. eue^elop. Art. Lto'ieisn eto.

2) 6ioero, äs nat. äsor. lid. I.; Ooel. äss sne. pdil. Art. 12;öaxlo, Art. Lion und visssoras sie.

3) Oe nnt. äsor. lid. II.

4) Das. La^le, Art. Xenopliane.

5) Das. Oiesro, äs nat. äsor. lid. I. Xr. 71 und 72-