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Der wahre Maßstab für die Tugend besteht in demöffentlichen Nutzen. ')
Für alle Voltairianer ohne Ausnahme sind die Strafender Hölle und die Belohnungen des Himmels nur Vorurtheileund Chimären, gut, um das Volk im Zaum zu halten; diePhilosophen aber haben das Recht, sich über sie lustig zumachen. Das ist die Lieblingsidee aller der gefeiertsten Autorendes Alterthums. Man müßte weder Cicero, noch Horaz, nochVirgil, noch Plinius, noch Seneca, noch die griechischen undrömischen Tragiker, noch Plato selbst gelesen haben, um nichtzu wissen, daß die Götter der alten Philosophen sich nicht er-zürnten und nicht straften; daß die Lehre von dem Elysiumund dem Tartarus nur für das Volk war, und die freienDenker sich über sie lustig machten. Wer weiß nicht, daß dieLetzter» selbst, die an die Fortdauer der Seele nach dem Todeglaubten, diese von unserer Unsterblichkeit sehr unterscheidenund daß sie besonders weit davon entfernt waren, auf Grundder Seelenwanderung, an ewige Strafen zu glauben?
Für Helvetius, v. Holbach und die andern Philosophenfind die Schamhaftigkeit, die Abtödtung, die Demuth unddie Keuschheit Tugenden des Vorurtheils. Sie haben dieseLehre von Diogenes, Epikur und Krates gelernt.
Nach diesem raschen Streifzug im Gebiete der religiösenOrdnung wollen wir jenes der socialen Ordnung betreten.
Die ganze Schule Voltaire's ist republikanisch und demo-kratisch. Alle klassischen Autoren sind Republikaner und De-mokraten. Das ganze achtzehnte Jahrhundert predigt denHaß des Königthums und preist den politischen Königsmord.Das ganze griechische und römische klassische Alterthum predigt
1) 6ioero, äe oltie. lid. III. Nr. 14, 45, 98 sie.
2) Oieero, 3?use. lib. I, 6e oltie. INo. III et pLS8im. klinius, Uistvr.iist. lid. II. 0. 7., 8ei>so., Uxist. 103-, klato im l'imÄSus., Ooet.äes sne. xdil. Art. 29.
3) Lsxle, Art. Dlox., ders., Art. UipxsreluÄ.