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[2. Band.]
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Will man anders nicht behaupten, das höchste Ziel derNationen sei ein anderes als das der Individuen, d. h. diesesin die Grenzen der Zeit eingeschlossene Endziel bestehe imKaufen, Verkaufen, Essen, Trinken, Schlafen und ungestörtemVerdauen ohne Rücksicht auf das ewige Leben, oder jedersocialen Gewalt stehe das Recht zu, nach ihren Launen zuherrschen, oder sie habe das Recht, das göttliche Gesetz aufunfehlbare Weise zu deuten; so sind diese Principien aufaugenscheinliche und unbestreitbare Weise bewiesen. Das Mittel-alter machte sie zur Grundlage seiner socialen Ordnung. Undso hart es auch ankommen mag, es zu hören, so müssen wirdoch immer wiederholen: Diese großen Wahrheiten haben mitden aus ihnen entfließenden praktischen Folgen die christlicheCivilisation geschaffen und die Freiheit der Welt begründet,wie die Nichtbeachtung derselben Wahrheiten die Welt zurBarbarei und Knechtschaft zurückführt. Die Augenscheinlichkeitder Thatsachen und die Gewißheit des Rechtes ist hierbei soeinleuchtend, daß selbst die Protestanten ihr die Anerkennungnicht versagen. Dieses selbst hinwiederum ist eine ihnen ge-bührende Anerkennung; sie sprechen ihre Ansicht mit einerOffenheit und einer Bewunderung aus, die manche sogenannteKatholiken schamroth machen muß.

„Man glaube nicht," sagen sie, „daß die Königreiche desMittelalters, weil der Oberleitung des Papstes unterworfen,deßhalb minder glücklich und frei gewesen seien. Nein, geradeim Gegentheil. Es war eine schöne Souveränetät, die derJnnocentius, der Gregor u. A. Achtet mich, unterwerft euch,gehorchet, sagten sie; dafür werde ich euch die Ordnung,die Wissenschaft, die Einheit, die Organisation und den Fort-schritt geben... Mit der einen Hand kämpfte das Papstthumgegen den Halbmond; mit der andern erstickte es die Ueber«rcste des thatkräftigen Heidenthums des Nordens. Sie ver-einigte gleichsam um einen Centralpunkt die moralischen undintellectucllen Kräfte der menschlichen Gattung; sie war