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[2. Band.]
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Liebe zum Vaterlande und zu dem von Ewigkeit hermit ihm verwachsenen Rechte bewogen, sich gegenden Tyrannen erhebt und ihm zuruft: »Du quälst Millionenmeiner Brüder; du versagst ihnen, was Gott ihnen gewährthat; du folterst ihre Leiber und verdirbst ihre Herzen; durchdich ringt mein Vaterland tagtäglich mit dem Tode, auf dirberuht ein ganzes Gebäude der Knechtschaft, der Ehrlosigkeitund der Schande: wohlan, ich stürze dieses Gebäude, indemich dir den Todesstoß versetze!« — alsdann erkenne ich indieser Kundgebung einer schrecklichen Gleichheit zwischen demHerrn über so viele Millionen Menschen und einem einzigenIndividuum den Finger Gottes...

Dahin war Europa im vierzehnten Jahrhundert nicht ge-kommen. Trotz der momentauen Verstockung und der schänd-lichen Gewaltthaten Philipp's des Schönen; trotz der revolu-tionären Betheuerungen der Stände von 1302, die von denender Jahre 1340 und 1406 erneuert wurden; trotz der fast ähn-lichen Kundgebungen der englischen Baronets im Jahre 1301;trotz des Geschreis der Rechtsgelehrten, die sich zu Hüternund Vertheidigern der angeblichen Freiheiten und Gerechtsamendes Cäsarenthums auswarfen: fuhr der apostolische Stuhl den-noch fort, die Seele der Religion, und die Religion, die Seeleder Societät zu sein.

Diese Behauptung ist so allgemein als richtig anerkannt,daß Arnold von Breschia und der Tribun Rienzi, für dasklassische Alterthum begeistert, vergeblich versuchen, in Romdas römische Kaiserthum sammt den Prärogativen Cäsar'swiederherzustellen.

Sie ist so wahr, daß — wie wir gesehen — die Königevon Frankreich, England und Aragonien ihre Zwistigkeit inaller Demuth vor den souveränen Papst bringen und seinerEntscheidung getreulich sich fügen.

Sie ist so wahr, daß der Kaiser Albrecht im Jahre 1303an den Papst schreibt: „Ich erkenne an, daß das römischeKaiserthum durch den apostolischen Stuhl von den Griechen