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[2. Band.]
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und ihres Gleichen eine gewisse Gesunkenheit der Geister (rmeertsin Lss-Lmpirs äes intolliAsueos) bemerken, gesunkenhinsichtlich der Ideen und der Denkungsart, weil sie Nichtsmehr als die Materie, das Individuum, den König, höchstensein besonderes Volk, nicht aber die ganze Menschheit, die durchdas Christenthum in Gott wiedergeborene Menschheit, dieMenschheit, welche in der katholischen Kirche zur vollkommenenund im Himmel triumphirenden Menschheit voranschreitet, be-rücksichtigen.

„Von all' diesem sieht man Nichts oder will Nichts sehen,ja man will nicht einmal den Andern etwas davon sehen lassen.Deßwegen entstellt, vermummt man die Thatsachen und sälschtsie durch böswillige Interpretationen. Man verhehlt das Gute,offenbart aber und übertreibt das Böse. Man möchte sagen,das Lns-Lmxiro der Griechen sei mit seiner niedrigenDenk- und Gefühlsweise, seiner Jntriguensucht und Zweideu-tigkeit, besonders aber mit seinem Widerwillen gegen dierömische Kirche von Constantinopel in das Abend-land übergegangen und habe sich dort gleichsambei den Schriftstellern der letzten drei Jahrhun-derte eingebürgert — gleichsam ein Einfall ge-lehrter Barbarei, der in der Geschichte nur Zänkereien,Kriege, Ruinen zum Vorscheine kommen läßt, ohne dem Ge-müthe des christlichen Lesers etwas Tröstliches oder Erbau-liches vorzuführen." *)

Trotz aller dieser durch die Lehre des bürgerlichen undpolitischen HeiDenthums seit Langem schon in den Schooß derchristlichen Völker eingesenkten schlechten Keime, trotz der An-maßungen der Könige und der Auflehnung der Volksleiden-schaften war doch bis zur Renaissance die Macht des christlichenGeistes eine so große, daß er den Einfall der gelehrten Bar-barei beständig aufhielt. Diese Behauptung ist so wahr, daßEuropa vor 1453 noch ein großes Ganze von Nationalitäten

1) Universalgeschichte der Kirche, B. XIX. S. 394.