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[2. Band.]
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darbietet, die, durch dieselbe Taufe wiedergeboren worden,denselben Glauben bekennen, hiufichtlih aller Dinge, wasdas innere Forum angeht, sowie aller croßen Principien deräußeren Welt, derselben Autorität unterworfen find. DasVölkerrecht ist ein christliches; die Diplomatie entlehnt ihrenganzen moralischen Werth, ihre Grundsctze, ihre unverhohleneRichtschnur dem katholischen Glauben urd den alle» Häupterndes Reiches gemeinsamen Titel: Mitglied der Kirche.

Das Staatsrecht ist ein christliches. Noch überall erkenntman als Fundamentalartikel jeder Stactsverfassung den Satzan, daß eine christliche Nation nur von einem katholischenKönige regiert werden kann und daß jeder König, welcherein Häretiker oder Glaubensabtrünniger wird, ipso tUeto dasRecht einbüßt, über eine christliche Nation zu herrschen. Da-mals war dieser Grundsatz so allgemein bekannt wie henzutagedas Axiom: ein barbarischer König, der die Rechte der Mensch-heit leugnet, darf über kein civiliflrtes Volk herrschen. Zuderselben Zeit bekennen die christlichen Nationen auch weiterdas Dogma, daß Jeder, der ein Jahr und eine» Tag excom-municirt und von der Kirche getrennt bleibt, jedes politischeRecht, insbesondere das Recht, über Christen zn gebieten,verliert.') Für unsere Väter ist dies ebenso klar wie der Ar-tikel unsers Strafgesetzbuches: Jeder, welcher mit dem bürger-lichen Tode bestraft wird, verliert alle seine bürgerlichen undstaatlichen Rechte und kann über Bürger nicht mehr gebieten."

1) Universalgeschichte der Kirche, B. XVIII. S. 6.

2) Dieses Princip des christlichen Rechtes war im Herzen unsererVorfahren so fest eingewurzelt, daß es die Renaissance nicht sogleichvon vornherein aus demselben zu reißen vermochte. Es ist selbstnach länger als hundertjährigen gegentheiligen Bemühungen nochdie Seele der Liga. „Es stehen," heißt es in den Nemoiros äs la

t. I. x. 56 ». ff., „große Verwirrungen in der ganzen Christen-heit und vielleicht der totale Umsturz der römisch-katholischen undapostolischen Religion in diesem allerchristlichsten Reiche zn befürchten.Dasselbe zn beherrschen kann einem Häretiker niemals zugestanden