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Sie wurden, man weiß nicht wie oft, in Florenz gedruckt,sodann im Jahre 1540 und 1546 in Venedig, 1550 in Rom,1633 in Paris, 1648 in Lüttich, 1686 in Amsterdam undParis, 1694 in Paris, 1747 in London, 1768 in Paris,1796 und 1799 in Florenz, 1799, 1804, 1810, 1811 in Pa-ris, 1810 in Florenz, 1823 in Paris rc.
Eine zweite Thatsache sind die zahlreichen Widerlegungenseiner Lehrsätze. Nun widerlegt man aber den Tod nicht, setztdem ausgetrockneten Strome keinen Damm entgegen. Schonim sechzehnten Jahrhundert wurde Macchiavel von Gentilletund Henri Estienne, deren Werke wir schon genannt haben,mit allem Nachdrucke widerlegt. Allein diese Widerlegungenkonnten dem Umsichgreifen der machiavelistischen Grundsätzekeinen Einhalt thun. Im Gegentheile sehen wir dieselbenmit der Zeit sich immer mehr entwickeln und, mehr und mehrpraktisch werdend, zuletzt in der europäischen Politik sich ver-körpern. Zweihundert Jahre nach seinem Tode war Macchiavellebendiger als je zuvor. Dies ging so weit, daß ein in poli-tischen Dingen sonst nicht sehr ängstlicher König im Namender Menschheit den modernen Patriarchen des Cäsarismus undseine jede Moral und jede Freiheit untergrabende Doctrinenan den Pranger stellen zu müssen glaubte.
„Macchiavel's Principe," sagt König Friedrich vonPreußen, „ist hinsichtlich der Moral, was Spinoza's Werk inBezug aus den Glauben ist. Spinoza unterwühlte die Grund-lagen des Glaubens und trachtete nach nichts Geringerem alsnach dem Umstürze der Religion. Macchiavel verfälschtedie Politik und erkühnte sich, die Grundsätze der heiligenMoral zu vernichten... Die Theologen haben gegen Spinozadie Sturmglocke geläutet und zu den Waffen geschriebn, manhat sein Werk gebührlich widerlegt und die Gottheit gegenseine Angriffe vertheidigt. Macchiavel dagegen ward nur voneinigen Moralisten geneckt und trotzdem, sowie ungeachtet derVerderblichkeit seiner Sittenlehre, auf den staatswifsenschaft-lichen Lehrstühlrn bis auf unsere Zeit vertheidigt.