Band 
[2. Band.]
Seite
112
JPEG-Download
 

112

Ungewitter zu ihrer Befestigung beitragen, daß die der Obhutdes Volkes anvertraute Freiheit, wie die Gottheit in ihremHeiligthume, unverletzlich bleibt, daß selbst die Fehler des Volkesweit weniger ins Gewicht fallen und sich leichter wieder gutmachen lassen, als jene der Könige. „Blicket hin auf Rom,"ruft er aus, „die Ernennung der Volkstribunen, der beständigeKampf zwischen den Patriciern und den Plebejern haben, stattes zu verderben, vielmehr zu seiner Größe beigetragen. ') DieFreiheit ist in den Händen des Volkes sicherer als in denen derGroßen. Die Menge ist weiser und weniger ver-änderlich als die Fürsten; die vom Volke begangenenFehler lassen sich leichter als die eines Fürsten wieder gutmachen; das Volk ist hinsichtlich seiner Interessen so weise,daß seine Stimme Gottes Stimme ist."

Hiemit wird den monarchischen Nationen Europa's gesagt:„Errichtet eine öffentliche Rednerbühne, parlamentarische Red-ner, seid Republikaner und ihr werdet die Vollkommenheit er-reicht haben, werdet dem großen Rom ähnlich sein." Nunaber finden solche demokratische Deklamationen, denen die zeit-genössische Geschichte so feierliche Dementis gegeben hat undnoch gibt, nichts destoweniger ihren Fortgang; sie halten diesociale Ordnung in Furcht und empfehlen den Regierungenund den Familienvätern das Erziehungssystem, welches sieinspirirt.

Den Gesellschaften, die es gebildet, gibt das Christen-thum auch die Mittel für ihre Erhaltung und Vergrößerungan. „Die Gerechtigkeit," sagt es, „hebt die Nationen empor;die Sünde schwächt sie und richtet sie zu Grunde. JedeNation, die nicht dem Gebote Gottes gehorcht, wird unter-gehen." 3)

1) vise. o. IV. — 2) Ebendas. e. V. - lä. e. 01.VIII.

3) 3nstitis elevnt Zentern; mrssros autsin populos Iseit xceea-tum. krov. XVI, 34. Oens Hirse non servierit 8ibi psiibrt.Is. I.X, 12.