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In den ersten Zeiten der europäischen Monarchien, als dasChristenthum das heidnische Element noch nicht völlig überwundenhatte, sieht man allerdings königliche Meuchelmorde: allein wofindet man dieTheoriedesMeuchelmordes, wo die Po-litik des Meuchelmordes? Heutigen Tages existirt diese Theorie;es fehlt ihr weder an Anhängern, noch selbst an Bewunderern.Wann künftig die entsetzte Nachwelt fragen wird, aus welcherQuelle die Mörder der Kinder Eduard's oder die MörderLudwig's XVI. und seiner Familie ihre Eingebungen geschöpfthatten, wird Niemand mehr um die Antwort verlegen sein.Man wird auf Macchiavel hindeuten, und hinter Macchiavelauf Brutus und die Römer, deren Erziehung für ihn dievollendeten Muster der Politik hervorbrachte.
Von dem Königsmord geht Macchiavel zu dem Völker-morde über. Diese neue Abscheulichkeit scheint ihm nicht alleinerlaubt, sondern sogar geboten, sobald sie vortheilhaft ist.„Die Spartaner," sagt er, „und die Römer können uns hier-für als Beispiel dienen. Erstere behaupteten sich in Athenund Theben, indem sie die Gewalt in diesen Städten nureiner kleinen Anzahl von Personen anvertrauten; nichtsdesto-weniger verloren sie dieselben in der Folge. DieRömer, um die Herren von Capua, Carthago und Nnmantiazu bleiben, zerstörten sie und verloren sie nicht.Sie wollten mit Griechenland umgehen, wie die Spartaner;sie ließen ihm seine Freiheit und seine eigenen Gesetze; alleinsie erreichten hiemit nicht ihren Zweck. Um sich dieses Landzu erhalten, mußten sie eine große Anzahl von Städten zer-stören; dies war das sicherste Mittel, sich den Besitz zu sichern.Und in der That, wer immer einen an die Freiheitgewöhnten Staat erobert und ihn nicht vernich-tet, muß sich gefaßt halten, selbst von ihm ver-nichtet zu werden. Welche Vorsichtsmaßregeln man auchergreifen, was man auch thun möge, wenn man den Staatnicht auflöst, wenn man seine Einwohner nichtzerstreut, so wird man sie bei. der ersten Gelegenheit sich