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an ihre Freiheiten, ihre verlorenen Institutionen erinnern, siezurückwünschen, und Anstrengungen für ihre Wiedererringungmachen sehen." ')
Ist diese von Macchiavel ausgesprochene und von Saint-Just angepriesene klassische Theorie von der Vertilgung, Zer-streuung und Verpflanzung der Besiegten nicht von der Re-volution, soweit diese es vermochte, in Anwendung gebrachtworden? Hat sienicht dem Kriege seinen antiken Charakter wieder-gegeben, und das wilde Maxim der Griechen und Römer wiederzu Ehren gebracht: „Vao viotis! Wehe den Besiegten!"?
Macchiavel gibt ein neues Mittel an für die Befestigungder Macht und Erhaltung der Ruhe im Staate: die Re-ligion. Hier ist die Politik Macchiavel's der absolute Gegen-satz der christlichen Politik. Das Christenthum sagte: DieReligion ist der erhabene Zweck der Regierungen; der Fürstist das Werkzeug in der Hand Gottes für das Wohl derVölker; das Wohl der Völker ist das Ziel der Fürsten; dasZiel der Völker ist der ewige Besitz des höchsten Gutes. FürMacchiavel ist die Religion ein Regierungsinstrument, einMittel in den Händen des Fürsten, die Völker bei ihrer Pflichtzu erhalten, die Grenzen der Felder zu schützen und den Kö-nigen den ruhigen Besitz der Macht zu sichern. Folgendessind seine eigenen Worte; nie drückte sich der alte Cäsarismusmit empörenderer Grausamkeit aus.
„Die Religion," sagt er, „ist ein vorzügliches Regierungs-mittel. Die Religion der Römer war gegründet auf dieOrakel der Götter und auf das Priesterthum der Augurenund Haruspices. Daher stammten die Opfer, die Tempel, dieAnrufungen der Götter. Das Volk glaubte leicht, daß dieGötter, welche die glücklichen und unglücklichen Ereignisse vor-hersagen konnten, auch die Macht besäßen, solche zu schicken.Die Orakel hielten also die Welt in Furcht und Ergebenheit.Die Häupter der römischen Republik begünstigten diesen
1) II Principe, Kap. 5.