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Glauben; und es ist die Pflicht eines jeden Politikers, Alleszu unterstützen, was sich zu Gunsten der Religion darbietet,wenn er auch die Gewißheit besäße, daß es eine Lüge sei.Er muß ihr Glauben verschaffen, um das Volk in Furcht undUnterthänigkeit zu erhalten; und je geschickter er ist, um somehr wird er bedacht sein, dies zu thun."
„So thaten die Römer, die wahren Muster der gutenPolitik. So waren sie, wenn die Orakel oder der Flug derBöget zuweilen einer erwiesen nothwendigen Unternehmungungünstig waren, bedacht, die Orakel und Prophezeiungen imSinne ihres Vorhabens zu deuten, so daß sie glauben ließen,sie handelten ihrer Antwort gemäß, und das Volk in derScheu vor den Göttern erhielten."
Dies ist das System der ruchlosen Gaukelei, welchesMacchiavel den christlichen Fürsten zur Nachahmung zu em-pfehlen wagt! Auf ihren einfachen Ausdruck zurückgeführt,bedeutet seine klare Rede: Anstatt das Schwert der Kircheund die Vertheidiger der Religion zu sein, wie die Barbareides Mittclalters wollte, müssen die Könige vielmehr die Re-ligion und die Kirche beherrschen. Die Religion ist in ihrenHänden ein Werkzeug der Regierung, ein Janus mit doppel-tem Antlitz, gut, um die Einen zu blenden und die Andernzu erschrecken; aber ein Janus, welchen Cäsar nach seinemBelieben sich umdrehen läßt; ein leeres Idol, welches nurWichtigkeit besitzt, insofern es das Interesse Cäsar's begünstigt.
Hat Macchiavel in der Wüste gepredigt? Gab es seitvier Jahrhunderten einen König in Europa, der sich nicht zuseinem Zuhörer und Schüler gemacht hätte? Heilige KircheGottes, Mutter der Völker und Königin der Könige, wenndu heute Nichts mehr giltst im Rathe der Cäsaren, wenn du
1) Dedbono tulte le oo8e eks nrweono in kavore cli ipnella (la rs-lissione) eome olis 1e xiuäiea88ino 1al8o, lavoriro e aeere8csrlssie. Kap. 12 u. 14.
2) Ebendrs. Buch I. Kap. 14. und II Principe etc.