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[2. Band.]
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Wollust gefunden hätte, welches es selbst um den Preis derSchande zu erkaufen kein Bedenken trug!...

„Man erblickt Ueberreste dieser nationalen Wildheit bei dengrößten Männern, bei jenen selbst, deren Sanft-muth und Milde die Geschichte rühmt. Julius Cäsarläßt nach dem Siege L. Ligarius, L. Cäsar, Afranius, FaustusSylla kaltblütig umbringen. Brutus, von einem langen ZugeGefangener, der seinen Marsch belästigt, in Verlegenheit ge-setzt, läßt diese massakriren. Germanicus ruft seinen Soldatennach einem Siege über die Cherusker zu: »Vernichtet sie,vernichtet sie, ihr werdet nur Ruhe haben, wenndie ganze Nation vertilgt ist.«

„Dieser grausame Charakter dringt durch bei den wei-sesten und tugendhaftesten Schriftstellern. Tacitusspricht in seinen „Sitten der Germanen" von sechzigtausendBruktern, welche im Angesichts des römischen Lagers geschlachtetworden waren, und die Vorstellung von diesem blutigen Schau-spiele, das die Soldaten seines Vaterlandes genossen, ent-lockt ihm einen Freudenruf, gewährt ihm die Freude einesKannibalen.

„Man darf nur das Wörterbuch dieses Volkes aufschlagen;seht, wie reich ihre Sprache ist, alle Begriffe von Zerstörungauszudrücken. Sie haben drei Worte für Blut: Ornor, ssn-Allis, tabum. Sie haben ein Wort, um den natürlichen Todauszudrücken, mors, und ein anderes für den gewaltsamenTod, vex; und wie viele Ausdrücke für tödten: oeeläoro,intortieeis, intoiimsie, perimore, imcars, msetnro, trueiäsre,Lbtrunesro u. s. w.!

„Ihr dürft nur ihre Dichter lesen, seht, wie sie sich daringefallen, mörderische Kämpfe umständlich zu beschreiben; nichteine einzige Wunde übergehen sie: sie schildern dabei die eckel-erregendsten Umstände. Als ich im Virgil die Abscheulichkeitenlas, die seine Aeneis entstellen, hatte ich Anfangs zu mir selbstgesagt: Der Nachahmungstrieb muß denn doch etwas rechtKnechtisches sein, da er diesen großen Dichter so weit sich