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fertigte und zur Apotheose hinführte. Wenn einige dieser klas-sischen Maxime seit vier Jahrhunderten in Europa vorwiegendGeltung besaßen, so ist es jedenfalls gut, sehr gut, darzuthun,daß man dieselben nicht dem Protestantismus, wohl aber derRenaissance, und allein der Renaissance zuzuschreiben hat:euigiie suum.
Macchiavel bezeichnet den Fürsten, seinen Schülern, ver-schiedene Fälle, in denen sie seine Principien in Anwendungbringen sollen: wir werden nur einen derselben hier anführen.Bei Gelegenheit der Hilfstruppen, deren er sich gar nicht odernur wenig zu bedienen anräth, stellt er die Moral des Wolfesauf, welche Friedrich von Preußen mit folgenden Ausdrückengeißelt: „Die schlechten Beispiele, welche Macchiavel den Für-sten vorhält, sind Scheußlichkeiten, welche man ihm nicht hin-gehen lassen kann. Er führt Hiero von Syrakus an, der inAnbetracht dessen, daß seine Hilfstruppen ihm gleich gefähr-lich waren, wenn er sie behielt oder wenn er sie verabschiedete,dieselben alle niedermachen ließ. Solche Thatsachen empören,wenn man sie in der Geschichte liest; allein man geräth außersich, wenn man sie in einem Buche wiedergegeben findet, daszur Belehrung der Fürsten geschrieben ist." ')
Wohin will Macchiavel durch diese abscheuliche Lehre ge-langen? Zur Wiederherstellung des alten Cäsarismus inseinem ganzen Glänze. Nun ist aber der alte Cäsarismusdie Apotheose des Menschen; und die Apotheose des Men-schen ist der Despotismus und die Centralisation seine noth-wendige Folge. Sowie die von den Künstlern und Gelehr-ten, den Söhnen der Renaissance eingeführte Philosophie,Malerei, Bildhauerkunst und Literatur, die antike Philosophie,Malerei, Bildhauerkunst und Literatur sind: so ist die vonMacchiavel eingeführte Politik der alte Cäsarismus in sei-nem ganzen Umfang. Die Kundgebungen sind verschieden,aber das Princip ist dasselbe. Es steht also fest, daß die
1) Lxsmen, S. 1A.