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Dieses neue Organ der heidnischen Politik wurde imJahre 1530 zu Angers geboren. Aus der Schule der heidni-schen Autoren schöpfte er, gleich seinen jungen Zeitgenossen,eine fanatische Bewunderung für das Alterthum, eine gleicheVerachtung für das Mittelalter, und — was aus dieser zwei-fachen Geistesrichtung hervorgeht — die Freigeisterei. DerGeist Bodin's wandte sich, wie jener Buchanan's, zur Politik.Als Professor der Rechtswissenschaften zu Toulouse schrieb erseine berühmte Rede: Ueber den Unterricht der Ju-gend in der Republik. Diese mit Beifall aufgenommeneSchrift ist an das Volk und den Senat von Toulouse gerichtetund wurde später von dem Verfasser in den Schulen der Stadtöffentlich vorgelesen. Man findet darin den Keim zu denIdeen, welche Bodin später in seiner Abhandlung überdie Republik entwickeln wird.
Nach Paris gekommen, tritt er in den Gerichtshof einund fesselt einige Zeit hindurch die Gunst des Königs Hein-rich III. Im Jahre 1576 von dem dritten Stande von Vcr-mandois für die Stände zu Blois gewählt, zeigt er lebhaftenEifer für den Protestantismus, was ihm viele Feinde zuzieht.Obwohl er nicht öffentlich zu demselben übertrat, so besaß erdoch stets eine geheime Hinneigung zu diesem Sohne der Re-naissance. Man findet den Beweis hiefür in einem seiner Briefean Jean Bautran des Matras. Allein, wie bereits bemerkt,die Freigeisterei, welche eine so große Anzahl von Renais-sants, welche ihn selbst zur Reformation hindrängte, zog ihnzur politischen Seite des Heidenthums.
Als Bodin die Gunst des Königs verloren hatte, so be-gleitete er den Herzog von Alenyon im Jahre 1579 nachEngland. Man lehrte damals an der Universität zu Cam-bridge öffentlich seine Bücher über die Republik, dieer selbst ins Lateinische übersetzt hatte. Nach seiner Rückkehrnach Frankreich zog sich Bodin nach Laon zurück, um sich demSchreiben zu widmen. Wir sehen ihn 1589 an die Ein-wohner dieser Stadt schreiben, um sie zu einer Erklärung zu