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[2. Band.]
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Naturalisten und den Juden. Es mußte so sein: Bodin warder Schüler der heidnischen Autoren, wahrer Naturalisten inDingen der Religion; überdieß lebte er in vertrautem Um-gänge mit einigen Juden, welche seinen Glauben erschütterthatten.')

Das bekannteste Werk Bodin's ist seine Abhandlungüber die Republik. Dieselbe ist in sechs Bücher eingetheiltund bildet einen Band in Folio. Um eine allgemeine Vor-stellung zu geben von dem Gegenstände, den sie behandelt, unddem Geiste, der darin weht, genügt es, zu sagen, daß derGeist der Gesetze diesem Buche seine Entstehung zu ver-danken scheint. Jedenfalls sind die Abhandlung Bodin's unddas Buch Montesquieu's die beiden Grenzpfähle, welche denGang der heidnischen Politik seit der Renaissance bezeichnen.

In beiden findet man die beständige Bewunderung fürdie socialen Institutionen des Alterthums; die absolute Unab-hängigkeit der Macht, das heißt die Leugnung der socialenSuprematie der Kirche; die Religion dargestellt nicht als derEndzweck der Gesellschaften, sondern als ein Regierungsmittel.„Polybius," sagt Bodin, „der Erzieher und Unterfeldherr vonScipio Afrikanus, gilt für den weisesten Politikerseines Zeitalters, obschon er geradezu Atheistwar. Nichts desto weniger empfiehlt er die Religion überAlles, als die Grundlage jeder Republik, des Vollzuges derGesetze, des Gehorsams der Unterthanen gegen die Obrigkeit,der Furcht vor den Fürsten, der gegenseitigen Freundschaftzwischen beiden und der Gerechtigkeit gegen Alle." ?)

Bei Bodin, wie bei Montesquieu, findet man eine Art

1) Der Umgang Bodin's mit den Juden mag sich erklären aus seinerNeigung für die Kaballa und die geheimen Wissenschaften. SeineAbhandlung über die Zauberer ist ein merkwürdiges Buch,das wiederum zeigt, daß eine große Anzahl von Nenaissants damitgeendet haben, daß sie in Geisterseherei verfielen.

2) Oo rep. S. 3-